Warum täuscht die Ringelnatter ihren Tod vor?. In der Stadt kann derzeit entdeckt werden, wie erlebnisreich die burgenländische Tier- und Pflanzenwelt ist.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 25. August 2019 (06:11)
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Faszinierende Geschichten über heimische Arten sind auf Plakaten, Bierdeckeln oder Tischaufstellern in Neusiedl am See zu erfahren.

Wissen Sie, wie der Wiesenknopf aussieht oder wo sich die Wimpernfledermaus am liebsten aufhält? Wie die Schiefkopfschrecke singt oder woher die Plattbauchlibelle ihren Namen hat? Im Rahmen der Aktion „Arten checken“ lassen sich diese Fragen einfach und bequem klären. Die von Land Burgenland und der EU unterstützte Artenschutzkampagne macht momentan Halt in Neusiedl am See.

Arten bekommen ein Gesicht

Im Burgenland leben viele Arten mit spannenden Geschichten. Die völlig ungiftige Ringelnatter etwa täuscht bei großer Gefahr ihren Tod vor. Auf den Rücken gedreht zeigt sie dem Feind ihre helle Unterseite. Die Zunge hängt schlaff aus dem weit geöffneten Maul heraus, die Augen sind verdreht. Aus dem Mund tropft sogar Blut.

Solche faszinierenden Geschichten können derzeit überall in Neusiedl am See entdeckt werden. Vom Bäcker bis hin zum Heurigen sind Arten auf Plakaten, Brieflosen, Weindeckeln oder Tischaufstellern zu finden und machen mit ein wenig Humor Lust darauf, selbst ein wenig zum Artenschutz beizutragen. Wer Glück hat, kann mit den verteilten Brieflosen ein witziges T-Shirt gewinnen, das im Weinwerk Burgenland abgeholt werden kann.

Durch seine Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften hat das Burgenland eine hohe Artenvielfalt, auf die das Land zurecht stolz sein kann. Viele Menschen engagieren sich bei Vereinen oder den burgenländischen Naturschutzorganen ehrenamtlich und helfen mit, diese Vielfalt zu erhalten. Unterstützer sind jederzeit willkommen, Kontakte finden sich unter der Internetadresse www.arten-checken.at .

Ein anderes Artenschutzprogramm im Burgenland hat sich wiederum dem heimlichen Wappentier des Landes verschrieben: dem Storch. Um den Bestand der Zugvögel im Burgenland auch für die Zukunft zu sichern, unterstütze das Land ab sofort den Bau von Storchennestern, verkündete Naturschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf.

Störche: Finanzspritze für den Nestbau

„Störche sind mittlerweile ein Tourismusfaktor für das Burgenland geworden. Und weil sie sich hier sichtbar wohlfühlen, zieht es mehr und mehr Störche zu uns ins Land. Damit sie im Frühling auch immer wieder zurückkehren, brauchen sie jedoch ein attraktives Lebensumfeld“, sagte Eisenkopf. In Neusiedl am See ist der Storch seit vielen Jahren Stammgast. Das Nest am Haus der Apotheke am Hauptplatz wird jedes Jahr im Auftrag der Hausbesitzerin Herta Häussler von der Feuerwehr gereinigt. Für ähnliche Aktionen gibt es künftig eine Förderung bis zu maximal 1.500 Euro.

Gefördert werden ab sofort der Nestbau – das Metallgestell und die Unterlage – ebenso wie die Übersiedlung von Störchen in ein neues Nest, wenn das alte, sei es aus hygienischen oder statischen Gründen, nicht mehr den Anforderungen entspricht.

Interessierte Gemeinden, Vereine oder auch Privatpersonen sind aufgerufen, mit der Abteilung 4 des Amtes der Burgenländischen Landesregierung Kontakt aufzunehmen: 057/600-2810 oder per E-Mail an post.a4@bgld.gv.at .