Allacher Vinum Pannonia: Bullen, Börse und Wein. Warum ein Stier das Etikett des Golser Weinguts Allacher Vinum Pannonia ziert und welche Tradition dahinter steckt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 27. Juli 2020 (05:32)
2019 war ein gutes Jahr an der Wiener Börse – und auch für Winzer Michael Allacher (r.). Denn aus seinem Weingut kommt der jüngste Börsenwein. Das Etikettendesign stammt von Harald (l.) und Daniel (2.v.r.) Moser. Als Gratulant stellte sich bereits Bürgermeister Hans Schrammel ein.
Böhm-Ritter

Seit 1991 kreiert ein Verkostungsteam jedes Jahr einen Wein für die Wiener Börse – den „Barrique de Beurse“. Damals entstand von einer Gruppe Wiener Aktienhändlern die Idee, einen eigenen Börsenwein ins Leben zu rufen.

Diese Idee hat sich schließlich zu einer Tradition entwickelt, mit Ausnahme des Jahres 2002 wurde seither jedes Jahr ein Wein abgefüllt.

Jährlich werden burgenländische Winzer eingeladen, Fassproben zur Blindverkostung einzureichen. Das Weingut mit der besten Durchschnittswertung darf dann die Cuvée kreieren. Heuer kommt der Barrique de Beurse vom Golser Weingut Allacher Vinum Pannonia.

Die Cuvée selbst besteht aus 25 Prozent St. Laurent, 10 Prozent Zweigelt, 30 Prozent Merlot und 35 Prozent Cabernet Sauvignon. Sie reifte 16 Monate im Barrique-Fass. Originell ist das Etikett, das den Tiergarten der Börsianer um einen Bullen erweitert. Entworfen wurde es von den Golser Künstlern David und Harald Moser, die vor allem für ihre Pop-Art Porträts in der Region bekannt sind.

Eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, St. Laurent und Zweigelt wurde zum Börsenwein 2019 gekürt.
zVg/Allacher

„Jeder Jahrgang hat ein besonderes Etikett, für das Etikettendesign des neuen Börsenweines habe ich gleich an die Mosers gedacht“, erzählt Winzer Michael Allacher. Die Zusammenarbeit zwischen dem Vater-Sohn-Duo Moser und dem Weingut Allacher hat jedenfalls gut funktioniert. „Schon beim ersten Gespräch habe ich Ideen von der Etikette im Kopf gehabt und gewusst, wie das ausschauen wird“, so David Moser über die Entstehungsgeschichte.

Das Etikett des Börsenweines zeigt traditionell in künstlerischer Gestaltung die Entwicklung des Index der Wiener Börse des abgelaufenen Jahres. Zeigt die ATX-Linie insgesamt nach oben, so ziert ein Stier das Etikett, der Bär wiederum symbolisiert einen fallenden Kurs und damit ein schlechtes Börsen-Jahr. Die Mosers hatten die Ehre, den Barrique de Beurse 2019 mit einem Bullen zu zieren. 19 Bullen-Jahre stehen somit zehn Bären-Jahren gegenüber.

Der Börsenwein kommt übrigens - zur Freude des Golser Bürgermeisters Hans Schrammel – bereits zum sechsten Mal aus Gols: „Das wertet unsere Weinbaugemeinde auf“, freut er sich. Michael Allacher folgt als „Golser Börsenwinzer“ auf Walter Taschner (1991), Gernot Heinrich (1996), Georg Preisinger (2007), Gernot Leitner (2012) und Claus Preisinger (2014).

Am 24. September wird der Barrique de Beurse 2019 im Golser Weingut Allacher Vinum Pannonia erstmals präsentiert. Infos über das Golser Weingut finden Sie auf der Website www.allacher.com , über das Künstlerduo auf www.mosergallery.com .