Bäume am Neusiedler Seebad-Strand: Gefahr in Verzug. Im Seebad müssen dreizehn Pappeln aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Neue Bäume sollen nachgesetzt werden.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 24. Februar 2019 (07:08)
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Sicherheitsvorkehrungen. Auch ein Baum beim Spielplatz muss gefällt werden. Das hat die Begutachtung durch die Bundesforste AG ergeben.

Wer die sonnigen Tage zuletzt genutzt hat, um einen Spaziergang im Seebad zu unternehmen, dem sind sie sicher aufgefallen: Die dicken orangerot leuchtenden X auf einigen Bäumen. Genau dreizehn Bäume sind auf diese Weise markiert. Sie müssen aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Das hat die Begutachtung durch die Bundesforste AG im Herbst ergeben.

„Vor allem Pappeln sind es, die die physiologische Altersgrenze erreicht haben“, erklärt Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ). „Pappeln haben eine schlechte Abschottung, das heißt ‚Wundheilung‘, aus dieser gehen Fäule und Höhlungen hervor. Dadurch ist die Bruchsicherheit stark herabgesetzt.“

Schon vergangenes Jahr sperrten die Veranstalter des Surf World Cups bei einem aufziehenden Sturm aus Angst vor herabfallenden Ästen eine Wiese für die Besucher ab. Dieses Jahr will die Stadtgemeinde für alle Eventualitäten gerüstet sein.

Gemeinde haftet bei Unfällen durch Bäume

Im August des vergangenen Jahres hat die Stadtgemeinde die Bundesforste mit der Erstellung eines Baumkatasters beauftragt. Im gesamten Stadtgebiet wurden die Bäume begutachtet. Daraus seien eine Maßnahmenliste und eine Prioritätenreihung entstanden, lässt die Stadtchefin wissen: „Diese wird nun nach und nach abgearbeitet.“

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Markierung. 13 Bäume wurden bereits mit einem X markiert.

Morsche Bäume bringen die Stadtgemeinde immer wieder in Zugzwang. Fällt ein Ast herunter oder stürzt gar ein Baum um, kann das eine Gefahr für Personen sein, die sich in Baumnähe aufhalten. Haften und zahlen müsste in diesem Fall die Gemeinde, wenn ein Unfall auf öffentlichem Grund passiert.

Andererseits beweisen Baumwurzeln immer wieder ihre zerstörerischen Kräfte. Aus diesem Grund mussten im vergangenen Sommer dreizehn Pappeln gefällt werden, deren Wurzeln den Kunstrasenplatz der Neuen Mittelschule zerstört haben. Doch wie sieht es mit der Nachbepflanzung in der Stadt aus?

Im Fall der Rodungen im Strandbereich steht fest, dass neue Bäume gepflanzt werden sollen. Bei der NMS dagegen ist keine Nachpflanzung geplant, da laut Bürgermeisterin in diesem Bereich ohnehin viele Bäume erhalten geblieben sind.

Im Bereich der Seestraße, wo im Frühjahr 2018 zehn Bäume einer Baustelle weichen mussten, wird gerade an einem Konzept für eine Neusgestaltung gearbeitet, heißt es auf Anfrage der BVZ von Bürgermeisterin Elisabeth Böhm.