Neudorf: Windräder erlauben Rieseninvestitionen

Erstellt am 24. Februar 2022 | 04:17
Lesezeit: 4 Min
Großprojekte möglich dank „Repowering“ und Zusammenarbeit mit der PEB.
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Die kleine Gemeinde Neudorf hat große Pläne. Gemeinsam mit der Projektentwicklung Burgenland (PEB) wurden zwei Großprojekte ausgearbeitet, die noch dieses Jahr starten sollen. Sowohl das Gemeindeamt als auch die Volksschule werden für 5,6 Millionen beziehungsweise 1,7 Millionen Euro durch Neubauten ersetzt.

Bereits im ersten Halbjahr dieses Jahres soll die Neuerrichtung des schon in die Jahre gekommenen Gemeindeamts beginnen. Der hintere Teil, welcher an das Museum für burgenland-kroatische Geschichte und Kultur der Gemeinde grenzt, wird erhalten bleiben. Daran soll einer der beiden Gebäudeflügel des neuen Gemeindeamts anschließen. Die beiden Gebäudehälften werden durch einen Glasbau verbunden sein. Ungefähr zehn Monate sind bis zur Fertigstellung geplant.

Zwischenzeitlich werden alle Geschäfte und Dienstleistungen der Gemeinde in den alten Kindergarten und das jetzige Sozialzentrum verlegt.

Der Baubeginn für die neue Volksschule ist mit Start der Sommerferien 2022 geplant und soll 14 Monate in Anspruch nehmen. Dabei wird die neue Schule um eine dritte Klasse erweitert und bekommt ein zusätzliches Gebäude. Ein separater Turnsaal mit 10 mal 18 Metern und Umkleiden sowie Duschen sind geplant und werden auch der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Während der Bauzeit wird der Unterricht für die beiden Schulklassen Neudorfs im Pfarrhof der Gemeinde stattfinden. Dies wurde bereits mit Pfarrer Franz Borenitsch besprochen.

Beide Projekte basieren auf einem Beschluss vom 8. März 2019. An diesem Tag wurde ein Leitbild zur Dorferneuerung mit den Wünschen der Bevölkerung für die Zukunft präsentiert. Die konkreten Pläne für die Bauvorhaben wurden im März 2021 mehrheitlich beschlossen.

Kurz darauf gab es einen einstimmigen Beschluss für das „Repowering“ des Windparks. Die daraus resultierenden finanzielle Einnahmen machen die Bauvorhaben erst möglich. Das bedeutet alle 22 existierenden Windräder wurden noch im selben Jahr abgetragen und seit Anfang 2022 werden nun 24 neue, leistungsstärkere Windräder aufgebaut. Im Laufe des kommenden Jahres sollen diese in Betrieb genommen werden. Dadurch erhält Neudorf deutlich höhere jährliche Einnahmen. Diese benötigt die Gemeinde auch, denn die nächsten 25 Jahre gilt es jährlich festverzinst circa 300.000 Euro an die PEB, welche beide Neubauten vorfinanziert, zurückzahlen.

Bürgermeister Karel Lentsch ist überzeugt, dass die finanzielle Absicherung der beiden Projekte durch die neuen Windräder nicht bloß gewährleistet ist, sondern auch weiterhin Rücklagen gebildet werden können. Nicht zuletzt auch, da die PEB vergleichsweise niedrige Zinsen anbiete.

Die bisherigen Rücklagen der Gemeinde betragen bisher knappe 400.000 Euro und sollen weiter erhöht werden, da bis 2030 ein Ausbau des Feuerwehrhauses angedacht ist.

Zusätzliche Investitionen im Budget für 2022

Das für 2022 veranschlagte und am 15. Dezember einstimmig angenommene Budget Neudorfs hat ein Volumen von 1,3 Millionen Euro - exklusive der beiden Großprojekte - und sieht weitere Investitionen vor. Der größte Kostenpunkt ist die Anschaffung einer Klimaanlage für die Veranstaltungshalle für 65.000 Euro. Neben weiteren 45.000 Euro für die Instandhaltung der Hintauswege plant die Gemeinde außerdem den Bau eines neuen Tennisplatzes, welcher ebenfalls im Sinne des Leitbilds der Dorferneuerung angedacht ist, sowie den Bau einer Hundefreilaufzone. Beide Investition sind mit 40.000 beziehungsweise 8.000 Euro kalkuliert. Zusätzlich wurde ein Krisenstab mit zehn Personen eingerichtet, welcher aktuell mit dem Ankauf von Notstromaggregaten beauftragt ist. Dafür hat dieser nochmals 8.000 Euro zur Verfügung.

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