Parndorf: Mindestlohn erst 2022. In Parndorf wurde die Einführung von 1.700 Euro Mindestlohn für Gemeindemitarbeiter auf nächstes Jahr verschoben.

Von Paul Haider. Erstellt am 06. März 2021 (04:34)
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In manchen Gemeinden des Bezirks wurde bereits rückwirkend mit 1. Jänner auf das neue Besoldungssystem mit 1.700 Euro netto Mindestlohn für Gemeindebedienstete umgestellt.

Nicht so in Parndorf: In der Gemeinderatssitzung vom vergangenen Donnerstag wurde mit einer klaren Mehrheit (es gab drei Gegenstimmen) der Beschluss gefasst, die Einführung des neuen Besoldungssystems auf 2022 zu verschieben.

Die BVZ hat sich bei Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) über den Grund für diese Entscheidung erkundigt: „Es gibt grundsätzlich den politischen Willen, den Mindestlohn umzusetzen“, versichert Kovacs.

Mehrkosten von bis zu 350.000 Euro jährlich

Zunächst gelte es aber, die nicht unerheblichen Mehrkosten, die der Gemeinde durch das neue Besoldungsschema ins Haus stehen würden, zu erheben: „Eine erste Hochrechnung besagt, dass wir bei den Bruttogehältern mit 250.000 Euro mehr rechnen müssen. Dann muss man noch Lohnnebenkosten, Urlaubsrückstellungen und Abfertigungen ins Auge fassen. Wenn das gesamte Paket durchgerechnet ist, gehe ich von einer Mehrbelastung von 350.000 Euro aus - und das jährlich“, rechnet der Ortschef vor und ergänzt: „Wir haben uns geplagt, in diesem Coronajahr überhaupt ein Budget zusammenzukriegen. Rückwirkend mit 1. Jänner auch noch den Mindestlohn einzuführen, ist nicht zu schaffen.“

Derzeit werden laut Kovacs mit allen Mitarbeitern Gespräche geführt, um zu erheben, wie viele von ihnen in das neue Gehaltsschema umsteigen würden. Bis spätestens Ende September 2021 sollen alle Daten erhoben sein, sodass die neu berechneten Lohnkosten der Gemeinde in das Budget 2022 eingearbeitet werden können.

Wenn alles nach Plan verläuft, dann wird Parndorf ab dem 1. Jänner 2022 auf das neue Gehaltsmodell umstellen. „Wir fällen einen Beschluss dann, wenn es seriös möglich ist. Bei uns geht es da um verdammt viel Geld. Aber für das Jahr 2022 werden wir das hinkriegen“, ist der Bürgermeister zuversichtlich.