Elite-Soldat als Drogen-Dealer. Bundesheer-Unteroffizier handelte mit verbotenen Substanzen. Eine Million Euro Umsatz mit Drogen, Dopingmitteln und gefälschten Medikamenten.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 11. Februar 2021 (05:55)
Der Berufssoldat handelte mit gefälschten Arznei- und Dopingmitteln und war als Pornodarsteller aktiv.
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Ein 36-jähriger vom Dienst suspendierter Elite-Soldat aus dem Bezirk Neusiedl am See war 2015 ins Geschäft mit illegalen Substanzen eingestiegen.

Vorige Woche musste er sich mit seiner Gattin, einer slowakischen Ex-Mitarbeiterin und dem Lebensgefährten seiner Schwiegermutter am Landesgericht Eisenstadt verantworten.

Anwalt: „Experte für Tarnen und Täuschen..“

„Er ist ein Experte für Tarnen und Täuschen“, beschrieb Anwalt Werner seinen Mandanten. „Wenn man aber eine Internetseite ‚beststeroids.at‘ nennt, dann macht man es den Ermittlern nicht allzu schwer“, setzte er hinzu.

Der Berufssoldat verkaufte von 2015 bis 2017 große Mengen Dopingmittel - z. B. Testosteron - an Abnehmer in Österreich und anderen Ländern. Außerdem belieferte er Kunden mit bedenklichen „Fatburnern“, dem psychoaktiven Stoff Diazepan und gefälschten Arzneimitteln - vor allem mit Potenzmitteln wie Viagra und Cialis.

„Was war die Geschäftsidee?“, fragte Richterin Daniela Berger.

„Ich wollte mich bereichern mit anabolen Steroiden und Supplements“, sagte der 36-Jährige. „Außerdem habe ich mit Cybersex viel Geld verdient – 15.000 bis 20.000 Euro pro Monat!“

„Mich interessieren nur die illegalen Sachen“, stellte die Richterin klar.

3.782 Lieferungen an 2.000 Kunden konnten nachgewiesen werden.

Aufgegeben wurden die online bestellten Substanzen bei einem Postpartner im Bezirk Neusiedl am See. Ab Mitte 2015 sollen dort täglich 15 bis 20 Pakete über den Ladentisch gegangen sein.

Insgesamt lukrierte der Bundesheersoldat durch den Versand illegaler Substanzen einen Umsatz von mehr als einer Million Euro.

Im Herbst 2016 heuerte der Soldat eine 27-jährige Slowakin an, die anfangs gar nicht wusste, womit ihr Chef handelte. Sie musste Konten eröffnen, von denen sie wöchentlich 50.000 Euro in bar behob und an ihren Arbeitgeber übergab.

Das Verfahren gegen die slowakische Mitarbeiterin und die Gattin des Hauptangeklagten wurde mittels Diversion beendet. Die Frauen bezahlten Geldbußen in der Höhe von 720 bzw. 520 Euro.

Dem 57-jährigen Lebensgefährten der Schwiegermutter des Hauptangeklagten konnte keine Beteiligung nachgewiesen werden - er wurde freigesprochen.

Der Berufssoldat wurde wegen des Handels mit psychotropen Stoffen und weiterer Straftaten zu 24 Monaten Freiheitsstrafe, davon acht Monate unbedingt, verurteilt. 200.000 Euro muss er an die Republik bezahlen – dieser Betrag wurde für verfallen erklärt.

Das Urteil ist rechtskräftig.