Treibstoffdieb zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Weil er aus Tanks von mehreren Pkw und Traktoren im Bezirk Neusiedl am See Diesel abgezapft haben soll, musste sich ein 38-Jähriger heute, Freitag im Landesgericht Eisenstadt verantworten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 10. Februar 2017 (10:51)
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Das Urteil ist nicht rechtskräftig
Symbolbild
APA (Archiv)

Im Prozess bestritt er anfangs jeden Zusammenhang mit den ihm zur Last gelegten Diebstählen, zeigte sich aber schließlich geständig. Einzelrichter Wolfgang Rauter verurteilte den Mann zu 18 Monaten Haft.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Staatsanwalt machte den Angeklagten für sieben vollendete und einen versuchten Treibstoffdiebstahl verantwortlich, die am 28. und 29. September des Vorjahres in Illmitz, Halbturn und Podersdorf verübt worden waren. Während der Schaden durch die Diebstähle selbst - meist wurden etwa zehn bis 30 Liter Diesel abgezapft - eher gering war, schlugen sich die kaputten Tanks mit jeweils 600 bis 800 Euro zu Buche.

Nur zur Urkundenfälschung geständig

Einige Tage vor den Diebstählen hatte ein Spaziergänger spätabends beim Gassi Gehen mit seinem Hund ein Fahrzeug bemerkt, das von der Halle seines Schwagers wegfuhr, ohne das Licht einzuschalten. Weil dem Mann das verdächtig vorkam, schaute er nach und fand bei einem Traktor, der dem Schwager gehörte, einen Kanister und Schläuche, erzählte der Zeuge, der 40 Jahre als Kriminalbeamter tätig war, vor Gericht.

Darauf habe sich seine DNA befunden, hielt der Richter dem Angeklagten vor. Wie es dazu gekommen war, konnte der 38-Jährige dem Gericht nicht erklären. Richter Rauter erkundigte sich auch, ob es stimme, dass der Angeklagte bei einer Vernehmung durch die Polizei gemeint habe, das Sozialsystem in Österreich sei "sehr gut" und dass er den Beamten gesagt habe: "Dafür sitze ich höchstens drei Monate, das ist mir egal". Der 38-Jährige wies das entrüstet zurück und sagte, er habe das betreffende Protokoll auch nicht unterschrieben.

Einzig zum Vorwurf der Urkundenfälschung, weil er eine österreichische Kennzeichentafel entfremdet haben soll, war der Angeklagte von Beginn an geständig. Er habe das getan, weil er daheim in der Slowakei so oft kontrolliert worden sei, rechtfertigte sich der Mann, in dessen Auto bei seiner Festnahme ein nach Diesel riechender Bohrer, Handschuhe sowie ein Kanister und Schläuche gefunden worden waren.

Der Richter gab ihm zu verstehen, dass er sich angesichts der bisher nicht geständigen Verantwortung und der Vorgeschichte - zu Buche stand bei ihm gut ein halbes Dutzend Gerichtsverfahren wegen Diebstahls binnen knapp zweier Jahrzehnte - im Fall eines Schuldspruches bei zwei Jahren Freiheitsstrafe "at least" bewege. Nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger zeigte sich der 38-Jährige daraufhin voll geständig.

Sein Anwalt wies darauf hin, dass sein Mandant bereit sei, den Schaden wiedergutzumachen und bat um ein "möglichst mildes und zum Teil bedingtes" Urteil. "Wir haben einen Angeklagten, der außerordentlich fleißig Erschwerungspunkte gesammelt hat", stellte der Richter in der Urteilsbegründung fest. Insgesamt betrachtet, könne mit der verhängten Haftstrafe "gerade noch das Auslangen gefunden" werden. Der 38-Jährige nahm das Urteil an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.