51-Jähriger täuschte Apotheke. Ein 51-jähriger Mann manipulierte Rezepte für Drogensubstitution. Acht Monate Gefängnis.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 06. Juni 2020 (06:18)
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„Unangenehm ist mir das alles!“, gab der 51-jährige Angeklagte aus dem Bezirk Bruck/Leitha vor Richterin Karin Lückl kleinlaut zu. Elf Monate lang hatte der Mann die Mitarbeiter einer Apotheke im Bezirk Neusiedl an der Nase herumgeführt. Von Mai 2019 bis zum März 2020 hatte er manipulierte Rezepte vorgelegt und damit die Ersatzdroge Methadon bezogen. Für die Österreichische Gesundheitskasse entstand dadurch ein Schaden von 2.300 Euro.

Der elffach vorbestrafte Mann gab an, während eines Aufenthalts in der Justizanstalt Stein der Drogensucht verfallen zu sein. Seither habe er auch in Freiheit Methadon konsumiert.

Angeblich sei es im Vorjahr mit seinen Arbeitszeiten nicht vereinbar gewesen, sich die erforderlichen Verordnungen von einem Amtsarzt in Wien ausstellen zu lassen.

Deshalb habe er, so der Angeklagte, die Arztrezepte verfälscht und eigenhändig mit zwei Stempeln versehen, wovon ihn einer sogar von der Rezeptgebühr befreite.

Elfmal mit Methadon erschwindelt

Elfmal hatte er mit den gefälschten Rezepten Methadon ausgehändigt bekommen. Beim letzten Mal – Ende März 2020 – wurde eine Apothekerin stutzig und meldete die Fälschung bei der Polizei.

Seit 2007 habe er Methadon konsumiert. Jetzt sei er „froh, dass das passiert ist“, weil er seit Ende März keine Drogen mehr nehme.

Auch habe er, seit acht Monaten arbeitslos, nun wieder einen Job in Aussicht. „Ich bin ratlos mit Ihnen“, gab die Richterin zu. Der Angeklagte mache einen guten Eindruck, die Vorstrafen, zuletzt 30 Monate unbedingt wegen Betrugs mit einem Schaden von 40.000 Euro, würden aber schwer wiegen.

Der Angeklagte bat um eine milde Strafe. Er wurde wegen des Betrugs zu 24 Monaten Haft verurteilt, davon acht Monate unbedingt, die er, wenn er alle Anforderungen erfüllt, mittels Fußfessel verbüßen könnte. An die Österreichische Gesundheitskassa muss der Angeklagte 2.300 Euro bezahlen.

Der 51-Jährige nahm das Urteil an und erklärte: „Es war eine Dummheit!“

„Die Allerletzte!“, ermahnte ihn die Richterin. Und: „Ich sagte nicht ‚Auf Wiedersehen’…“