Bezirkspolizeikommandant wechselt nach Moldawien

Erstellt am 29. November 2017 | 09:16
Lesezeit: 3 Min
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Abschied von Neusiedl. Rainer Bierbaumer (Mitte) übergibt das Bezirkspolizeikommando an Bernhard Griensteidl, der Unterstützung von Marianne Kohs erhält.
Foto: zVg
Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer geht für vier bis fünf Jahre als Polizeiattaché nach Moldawien. Sein Stellvertreter Bernhard Griensteidl übernimmt das Kommando.
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Es ist ein Abschied mit Wehmut, aber auch mit Freude auf eine neue Aufgabe: Rainer Bierbaumer war fast sechs Jahre lang der Bezirkspolizeikommandant in Neusiedl am See. Jetzt geht er als Polizeiattaché nach Moldawien.

Im BVZ-Gespräch kurz vor seiner Abreise erzählt Bierbaumer: „Ich war schon fast zwölf Jahre lang genau in dem Job in Bratislava tätig. Voriges Jahr habe ich den Chef vom Attaché-Referat getroffen, der mich gefragt hat, ob ich nicht noch einmal für ein paar Jahre raus gehen möchte“.

Die Entscheidung hat sich der scheidende Bezirkspolizeikommandant nicht leicht gemacht: „Wenn man so etwas gefragt wird, fängt man automatisch an, nachzudenken. Es ist ein irrsinniger Einschnitt in das berufliche und private Leben, das soll man sich reiflich überlegen. Aber es überwiegt der Reiz des Unbekannten, es ist ein Abenteuer. Deshalb habe ich gesagt: OK, einmal mache ich es noch.“

Repräsentant des Innenministeriums

Für die nächsten vier Jahre - mit der Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr - wird Rainer Bierbaumer nun der oberste Repräsentant des österreichischen Innenministeriums in Moldawien sein. „Da bist du die Eier legende Wollmilchsau, die für alles zuständig ist. Du hast Kontakte zu knüpfen, um in internationalen Fahndungen mitwirken zu können. Operativ habe ich Interpol-Status. Es geht auch darum, die Sicherheitslage zu beobachten und zu erkennen ob sich Bedrohungsbilder aufbauen, sei es illegale Migration Richtung Österreich oder sonstiges“, umreißt Rainer Bierbaumer einige seiner neuen Aufgaben.

Moldawien war eine von zwei möglichen Destinationen, die ihm vorgeschlagen wurden - die andere war Algerien. „Ich möchte schon halbwegs im europäischen Kulturkreis bleiben“, erklärt er seine Wahl.

Jetzt ist der linguistisch begabte Polizist gerade dabei, die Landessprachen zu lernen: „Russisch verstehe ich schon ein bisschen, weil es dem Slowakischen ähnelt. Ich habe auch schon angefangen, rumänisch zu lernen, das geht gar nicht so schwer, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe mir ein Lernprogramm auf CD gekauft, damit pauke ich immer wieder.“ Viel Zeit zu lernen bleibt ihm nicht - schon im Dezember wird Bierbaumer seine Stelle in Moldawien antreten.

„Bedanke mich bei der Bevölkerung“

Wenn er dort seine vier oder fünf Jahre als Attaché abgeleistet hat, plant Rainer Bierbaumer, wieder als Neusiedler Bezirkspolizeikommandant zurückzukehren. „Der Bezirk Neusiedl ist wunderschön, ich habe mich hier irrsinnig wohlgefühlt. Als Polizist muss ich mich auch bei der Bevölkerung für die Unterstützung in den letzten Jahren bedanken.“

Während Rainer Bierbaumers Auslands-Einsatz übernimmt sein Stellvertreter Bernhard Griensteidl die wichtige Aufgabe des Bezirkspolizeikommandanten. Er sagt gegenüber der BVZ: „Ich habe schon ein paar Monate lang das Vergnügen gehabt, den Bezirk leiten zu dürfen. Rainer und ich waren ein eingespieltes Team, da gibt es nicht die Notwendigkeit, großartige Neuerungen einzuführen und alles auf den Kopf zu stellen.“

Unterstützung erhält Bernhard Griensteidl von Hauptmann Marianne Kohs. Sie tritt damit in die Fußstapfen ihres Vaters: Andreas Kohs, dieser war vor Rainer Bierbaumer acht Jahre lang der Bezirkspolizeikommandant von Neusiedl am See.

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