Kriminalität in allen Kategorien stark rückläufig

Die Zahl der angezeigten Straftaten ging im Bezirk im Corona-Jahr um ein Drittel zurück. Im Vergleich zu 2019 hat sich auch die Aufklärungsrate erhöht.

Erstellt am 25. März 2021 | 04:44
440_0008_8049522_bvz12li_cyber_3sp.jpg
Weniger Datendiebstahl. 2020 ist die Kriminalität im Bezirk in allen Kategorien zurückgegangen - überraschenderweise auch bei der Internet-Kriminalität.
Foto: Oleksiy Mark, shutterstock.com, Oleksiy Mark, shutterstock.com

Mit Spannung wurden die Kriminalitätszahlen für das außergewöhnliche Jahr 2020 erwartet: Wie würden sich die Ausgangsbeschränkungen, die erschwert passierbaren Grenzen, das Homeoffice auswirken?

Lag es an der Pandemie oder an anderen Ursachen - burgenlandweit wurden im Vorjahr jedenfalls deutlich weniger Straftaten angezeigt als 2019.

Insgesamt musste die Polizei 2020 7.957 Anzeigen bearbeiten, dabei handelte es sich in 534 Fällen um versuchte Straftaten, die gar nicht zur Ausführung gekommen waren.

2019 waren 9.301 Straftaten angezeigt worden, daraus ergibt sich für 2020 ein Rückgang der Kriminalität um 14,5 Prozent.

Noch deutlicher fiel diese Tendenz im Bezirk Neusiedl am See aus.

Hier wurden 2020 insgesamt 2.219 Straftaten zur Anzeige gebracht, das sind um 909 oder 29,1 Prozent weniger als 2019.

Von diesen Straftaten wurden 52,2 Prozent aufgeklärt. Die Aufklärungsrate hat sich damit um 1,2 Punkte im Vergleich zu 2019 verbessert, liegt aber noch immer deutlich unter dem Burgenlandergebnis (59,1 Prozent).

Wie verlief das Jahr 2020 in den einzelnen Deliktgruppen?

Zahlenmäßig mit Abstand die meisten Strafanzeigen gab es bei der Eigentumskriminalität. 818 Diebstähle oder Einbruchsdiebstähle wurden im Vorjahr angezeigt. Das entspricht einem satten Minus von 40,7 Prozent, in absoluten Zahlen 561 Delikte, zum Vorjahr. Hier dürften die Schließungen von Gastronomie, Handel und der Grenzen im Bezirk eine deutliche Auswirkung gezeigt haben.

Rückgang auch bei den Gewaltdelikten

Einen Rückgang gab es 2020 auch bei den körperlichen Übergriffen: 163 Gewalttaten wurden angezeigt, das sind um 81 oder 33,2 Prozent weniger als 2019.

Burgenlandweit sind die angezeigten Gewaltdelikte im Vergleich um „nur“ um 17,8 Prozent zurückgegangen.

Eine große Herausforderung bleibt für die Polizei die Internetkriminalität. Diese ist landesweit im Vorjahr um 2,8 Prozent angestiegen, Negativ-Spitzenreiter bei der Cyberkriminalität ist der Bezirk Jennersdorf mit einem Plus von 22 Delikten.

Im Bezirk Neusiedl am See zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Hier wurden 2020 91 Cybercrime-Fälle angezeigt, das entspricht einem Rückgang von rund einem Drittel (2019: 127 Anzeigen).

Ein deutlicher Rückgang wurde im Bezirk Neusiedl am See auch bei der Suchtmittelkriminalität verzeichnet: Waren 2019 noch 293 Fälle angezeigt worden, so waren es im Vorjahr nur 161 - ein Minus von 23,8%.