Offensive: 50 neue Windräder im Jahr 2021. Ausbauimpuls im Jahr 2021 bringt mehr umweltfreundlichen Windstrom und neues Servicecenter im Bezirk Neusiedl am See.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 14. Januar 2021 (04:23)
Neue Windkraftanlagen im Bezirk werden 2021 in Andau, Gols, Mönchhof, Nickelsdorf, Parndorf und Zurndorf gebaut.
Quelle: IG Windkraft

Mit dem Ausbau der Windkraft soll es nach einem Flautenjahr 2020 in Österreich nun wieder bergauf gehen. Vor allem Repowering-Maßnahmen werden bundesweit, aber auch im Neusiedler Bezirk die Energieproduktion aus Windkraft wieder in die Höhe schrauben.

Erstmals in der Geschichte der österreichischen Windenergie haben Anzahl und installierte Windkraftleistung 2020 abgenommen. Anfang 2021 stehen nun 26 Windräder mit einer Gesamtleistung von 39 Megawatt (MW) weniger in Österreich in Betrieb als im Jänner 2020. Im Jahr 2020 wurden nur sieben Windräder mit einer Leistung von rund 25 MW errichtet, während 33 Windräder mit 64 MW abgebaut wurden. „Dies ist die Folge der Stop-And-Go-Politik der letzten Jahre und ein trauriges Bild der österreichischen Klimaschutz-Politik“, bemerkte Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Der Stillstand sei der politischen Unentschlossenheit der letzten Jahre geschuldet. „Leider sind die ewigen Bremser der Energiewende noch immer aktiv und so verzögert sich der Beschluss des Erneuerbaren-Energiegesetzes.“

2021 werden nun die ersten Projekte des Warteschlangenabbaus der Ökostromnovelle 2019 errichtet und es kommt zu einem kurzen Ausbauimpuls.

So kann etwa die Püspök Gruppe mit Sitz in Parndorf bis Dezember 2021 im Neusiedler Bezirk 34 neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 186 Megawatt errichten. Geschäftsführer Lukas Püspök konkretisiert: „Die neu errichteten Windparks werden ab 2022 sauberen Strom für über 125.000 Haushalte liefern und so jedes Jahr 340.000 Tonnen CO2 einsparen.“

Der Ausbau steht zum Teil unter dem Motto des Repowerings: Dabei werden 20 Jahre alte Anlagen abmontiert und durch moderne Windräder ersetzt. Durch die Umstellung auf modernste Technologien könne die Stromproduktion auf der gleichen Fläche verdreifacht werden, verdeutlicht Püspök. Neue Windkraftanlagen werden in Gols, Mönchhof und Gattendorf aufgebaut. Die Anlagen kommen vom deutschen Windradhersteller General Electric (GE).

Der Ausbauimpuls bringt nicht nur mehr umweltfreundlichen Windstrom in das Burgenland, sondern auch neue Arbeitsplätze.

„Mit Blick auf die durch ein neues Fördergesetz eröffneten Ausbaumöglichkeiten haben wir uns entschlossen, uns intensiv am österreichischen Markt zu engagieren“, erzählt Klaus Rogge von GE: „Wir hoffen daher auch zukünftig auf stabile Rahmenbedingungen für die Windkraft in Österreich.“ So wird GE heuer im Burgenland eine Serviceniederlassung eröffnen, um die Wartung der Windräder optimal bewerkstelligen zu können. Auf die Frage, wohin genau das Servicecenter kommen solle, hielt sich Rogge noch bedeckt: „In der Nähe des Windparks. Wir brauchen kein großes Gebäude. Für den Betrieb brauchen wir ein Büro und ein überschaubares Ersatzteillager.“ Die Mitarbeiter seien größtenteils im Windpark unterwegs und mit Wartungsarbeiten beschäftigt. Anfangs werde mit sechs Servicemitarbeitern gearbeitet, je mehr Anlagen im Betrieb seien, desto größer werde der Mitarbeiterstab werden.

Laut der Prognose der IG Windkraft werden 2021 in Burgenland – und zwar ausschließlich im Bezirk Neusiedl am See – 50 Windräder aufgebaut, 22 dagegen im Rahmen des Repowerings abgebaut. Rund 1.600 Arbeitsplätze werden bei Errichtung und Abbau geschaffen, darüber hinaus 95 Dauerarbeitsplätze. Große Investitionen in die Windenergie plant neben der Püspök Group auch die Energie Burgenland, die bis 2025 in ihre dritte große Windausbauphase 233 Millionen Euro steckt (die BVZ berichtete).

Betreiber brauchen allerdings in Österreich einen langen Atem, um Windprojekte umzusetzen: Das Genehmigungsverfahren werde immer langwieriger, berichtet Lukas Püspök im Rahmen der Pressekonferenz. Die gleichen Sachverhalte würden immer und immer wieder geprüft und jedes Jahr kämen neue Prüfungsbestimmungen dazu. Das bestätigte auch Manfred Schamböck, Geschäftsführer der Ökoenergie: „Früher brauchten Projekte eine Vorlaufzeit von ein bis zwei Jahren, heute braucht man durch die lange Genehmigungsdauer und durch die Fördersituation sechs bis zehn Jahre.“