Vier Corona-Fälle im Burgenland. Eine vierköpfige slowakische Familie im Bezirk Neusiedl am See zeigte Symptome, befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne und wird ärztlich betreut. Näheres in Kürze.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 06. März 2020 (21:29)
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Im Burgenland wurden heute die ersten Verdachtsfälle positiv auf das Virus COVID-19 getestet. Das wurde am Abend seitens des Landes bekannt gegeben. Bei den Erkrankten handelt es sich um vier Mitglieder einer slowakischen Familie, die sich derzeit in ihrem Ferienhaus im Bezirk Neusiedl am See aufhält. „Die Mutter der Familie befand sich vor Kurzem bei einem internationalen Kongress in den USA. Am Tag nach ihrer Rückkehr zeigte sie erste Symptome und wurde danach auch informiert, dass sie bei dem Kongress nachweislichen Kontakt mit bestätigt COVID-19-Erkrankten gehabt hat. Da auch die restlichen Familienmitglieder – der Ehemann sowie zwei Kinder – grippeähnliche Symptome mit teilweise hohem Fieber zeigten, wurde von allen vier Familienmitgliedern auf behördliche Anordnung ein Rachenabstrich genommen und eingeschickt. Vor Kurzem wurde ein positives Testergebnis bestätigt. Die Familie befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne“, teilt die Sprecherin des Koordinationsstabes Coronavirus, Brigitte Novosel, mit.

In weiterer Folge werden die Kontaktpersonen der Familienmitglieder schnellstmöglich ermittelt. Diese werden dann 14 Tage lang in häusliche Quarantäne geschickt – so lange braucht es, um festzustellen, ob auch unter den Kontaktpersonen Verdachtsfälle auftreten.
Der "Koordinationsstab Coronavirus“ ist rund um die Uhr in Bereitschaft und koordiniert den Austausch mit Krankenanstalten, Rettungsorganisationen sowie Bundes- und Bezirksbehörden, aber auch die Beprobung von Coronavirus-Verdachtsfällen.

Das Land Burgenland hat sich sehr intensiv auf einen möglichen Krankheitsfall vorbereitet. In der Landessicherheitszentrale wurde ein Koordinationsstab eingerichtet, der in ständigem Austausch mit Behörden, Rettungsorganisationen und Krankenhäusern steht. Auch nach den ersten bestätigten Erkrankungen im Burgenland gebe es keinen Grund zur Panik, wird seitens des Landes betont. „Aber man sollte wachsam sein und die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden ernst nehmen. Wichtig ist, dass im COVID-19-Fall im Bezirk Neusiedl sehr rasch die notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden. Das zeigt, dass das Land Burgenland gut gerüstet ist“, heißt es in einer Aussendung. Morgen Vormittag werden nähere Details im Zuge einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Das Wichtigste sei nach wie vor: Ruhe bewahren. Nicht jede Person, die grippeähnliche Symptome aufweist, ist ein Verdachtsfall.
Für Personen, bei denen Symptome wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden auftreten und die vor Kurzem in einem der Risikogebiete für Coronavirus waren oder Kontakt mit einer erkrankten Person hatten, gilt weiterhin: Gehen Sie NICHT zum Hausarzt oder in ein Krankenhaus, sondern bleiben Sie zu Hause und wählen Sie die kostenlose Gesundheitshotline 1450, wo durch medizinisch geschultes Personal die weitere Vorgehensweise erklärt wird. Rachenabstriche werden auf behördliche Anordnung gemacht.