Wirbel um neue Radargeräte. Zwei neue fixe Radarboxen im Bezirk Neusiedl am See: Die Maßnahme der Landesregierung wird kritisiert, findet aber auch Zuspruch. Markus Ulram sorgt mit einem Facebook-Posting für Aufsehen.

Von Paul Haider. Erstellt am 15. Oktober 2020 (05:55)
Verärgert. Landtagsabgeordneter Markus Ulram ist mit der Platzierung der Radarbox in Halbturn nicht einverstanden. Jetzt steht er in der Kritik für ein Facebook-Posting zu diesem Thema.
Facebook/Markus Ulram

Seit voriger Woche sind sie in Betrieb: Zwei neue fixe Radarboxen, die künftig die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer im Neusiedler Bezirk kontrollieren werden.

Die Aufstellung der Boxen wurde schon im Vorfeld politisch heftig kritisiert (die BVZ berichtete). Burgenlandweit gibt es 14 neue stationäre Messgeräte – zwei in jedem Bezirk.

Halbturns Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Markus Ulram (ÖVP) stößt sich an der Platzierung eines der Geräte in seiner Heimatgemeinde. Seit voriger Woche steht eine neue Radarbox bei der Ortsausfahrt Halbturn Richtung Andau, hier gilt Tempo 70.

In einem Facebook-Posting samt Foto macht Ulram seinem Unmut Luft: „Die Einnahmensteigerung des SPÖ-Landeshauptmanns Doskozil geht weiter. Kontrolle durch die Polizei ist gut, Dauerabzocke ein Wahnsinn!“, schreibt der Landtagsabgeordnete auf seinem Social Media-Kanal.

Die Reaktionen darauf sind zwiespältig ausgefallen – viele Facebook-User widersprechen dem Halbturner Bürgermeister: „Warum soll das Abzocke sein? Wenn man sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält, dann flattert auch kein Zahlschein ins Haus“, schreibt etwa eine Facebook-Nutzerin in einem der knapp 70 Kommentare unter Ulrams Beitrag.

Ulram: „Kein Unfall in letzten zehn Jahren“

Im Gespräch mit der BVZ bleibt Markus Ulram bei seiner Meinung, dass der Standort der Radarbox in puncto Verkehrssicherheit nicht gut gewählt ist: „In dieser 70er-Zone hat es in den letzten zehn Jahren keinen Unfall gegeben. Das soll nicht heißen, dass ich Raserei unterstütze, aber mit Verkehrssicherheit hat die Platzierung dieser Radarbox nichts zu tun.“

Peter Slawik, Pressesprecher von Verkehrslandesrat Heinrich Dorner, begründet auf Nachfrage die Standortwahl der neuen Geschwindigkeits-Messanlagen: „Die Aufstellung erfolgt nach genauer Betrachtung an Unfallhäufungspunkten in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Bezirkshauptmannschaften. Sie geschieht dann, wenn erkennbar ist, dass zuvor in einem ersten Schritt gesetzte Maßnahmen wie ein Tempolimit alleine nicht greifen.“

SPÖ-Kritik an Ulram

Kritik an den Aussagen von Markus Ulram kam am Dienstag von SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Friedrich Radlspäck. Er wirft dem ÖVP-Politiker in einer Aussendung vor, eine „kontraproduktive türkise Politik zu schüren“. Auch Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) reagierte auf BVZ-Anfrage auf die Kritik des Halbturner Bürgermeisters: „Ich habe absolut kein Verständnis, wenn ein Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Maßnahmen, die menschliches Leid verhindern sollen, verunglimpft. Verantwortungslose Raserei und Tempobolzerei sind kein Kavaliersdelikt. Ich stehe voll zum Ausbau der Radarkontrollen und weiß hier auch die Bevölkerung hinter mir. Denn wir wollen damit die Verkehrssicherheit erhöhen, die Zahl der Verkehrstoten reduzieren und auch die Lärmbelästigung für die Bürger senken.“