Zweiter Kinderarzt kurz vor der Startlinie. Die geforderte Ausschreibung einer Planstelle für einen weiteren Kinderarzt könnte nun doch kommen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 24. Oktober 2018 (09:45)
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Übergabe der Unterschriften. FPÖ-Landtagsabgeordnete Karin Stampfel, BGKK-Obmann Hartwig Roth, SP-Landeschef Hans Niessl, Ärztekammer-Präsident Michael Lang und WKO-Bezirksobmann Hannes Mosonyi.

Die medizinische Versorgung im Neusiedler Bezirk ist in den vergangenen Monaten immer wieder heiß diskutiert worden: Thematisiert wurde einerseits die neue Akutordination in Kittsee und deren große Entfernung zum Bezirkssüden, andererseits die pädiatrische Unterversorgung. Nur eine Kinderärztin für den bevölkerungsstärksten Bezirk des Landes sei zu wenig, hieß es über Parteigrenzen hinweg. Nun zeichnet sich zumindest in diesem Fall eine Lösung ab.

"Es wird nicht so leicht sein, eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt für den Neusiedler Bezirk zu finden. Die Honorare in Wien etwa sind viel höher."Michael Schriefl, Vizepräsident der Ärztekammer

Die Burgenländische Gebietskrankenkasse (BGKK) hat einstimmig den Beschluss gefasst, die Planstelle für einen zweiten Kinderarzt im Bezirk auszuschreiben. Grünes Licht kam von Bundesministerin Beate Hartinger-Klein selbst. Es sei vom Ministerium mitgeteilt worden, dass diese Planstelle von der ausgerufenen Ausgabenbremse nicht betroffen sei, antwortete BGKK-Direktor Christian Moder auf Anfrage der BVZ.

Gleiches gelte für die Ausschreibung von fünf Logopäden-Stellen für das Burgenland. Moder betonte, er sei einer zweiten Kinderarzt-Planstelle immer offen gegenüber gestanden. Die Idee sei sogar von der Gebietskrankenkasse ausgegangen. Als Standort für eine Kinderarzt-Ordination fasst Moder Frauenkirchen ins Auge.

Ärztekammer: Kurie tagt noch heuer

Zur Ausschreibung kann es allerdings erst kommen, wenn auch aus dem zuständigen Gremium der Ärztekammer das Okay kommt. Die Kurie der niedergelassenen Ärzte wird noch dieses Jahr tagen und einen Beschluss fassen. Dieser dürfte positiv zugunsten einer Ausschreibung ausfallen. Michael Schriefl, Vizepräsident der Ärztekammer, glaubt allerdings, es werde Anreize vonseiten des Landes geben müssen, dass diese Planstelle überhaupt besetzt werden kann:

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Markus Ulram (ÖVP): „Die vielen Diskussionen haben sich gelohnt und der erste Schritt wird in die richtige Richtung gesetzt. Ich hoffe, dass auch in den anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung etwas weitergeht.“

„Es wird nicht so leicht sein, eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt für den Neusiedler Bezirk zu finden. Die Honorare in Wien etwa sind viel höher. Das Land Burgenland müsste analog zur Landarztförderung auch für Kinderärzte eine Förderung geben.“ Schriefl befürchtet, das Interesse an der ausgeschriebenen Planstelle werde „enden wollend“ sein.

Die überparteiliche Plattform mit Landeshauptmann Hans Niessl, FPÖ-Landtagsabgeordneten Karin Stampfel und Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Hannes Mosonyi spricht allerdings von einem wichtigen Teilerfolg, der mit der anstehenden Ausschreibung der Kinderarzt-Stelle gelungen ist. Die Initiative wurde mit 2.491 Unterschriften aus der Bevölkerung unterstützt.

Auch der Halbturner Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Markus Ulram äußerte sich positiv über die Entwicklungen. „Ein Kinderarzt für knapp 8.000 Kinder im Bezirk war in der Vergangenheit einfach zu wenig. Ich hoffe, dass sich Kinderärzte auf die ausgeschriebene Stelle melden werden.“