Bisher keine Notfallzulassung: Sorge um Zuckerrüben. Die Notfallzulassung für die Verwendung von Beizmittel beim Rübenanbau vom Land bleibt aus, Bauern fürchten um ihre Ernte.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 20. Dezember 2018 (04:00)
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Hohes Risiko. Die heimische Zuckerrübenernte könnte im kommenden Jahr gefährdet sein.

Kaum dass die heurige Zuckerrübenernte eingefahren ist, müssen heimische Rübenbauern um ihre weitere Existenz bangen. Die erhoffte Notfallzulassung für Beizmittel von Landesrätin Verena Dunst für den Anbau im Frühjahr blieb bislang aus.

„Wenn seitens des Landes ein Notfall bestätigt wird, entscheidet die Zulassungsbehörde über den möglichen Einsatz“, heißt es in einer Aussendung des Burgenländischen Rübenbauernbundes. Obwohl die Ertragsernte des aktuellen Jahres landesweit auf Durchschnittsniveau blieb, wurden mehr als 80 Prozent aller ungebeizten Rüben durch Schädlinge vernichtet.

Rüsselkäfer und Rübenerdfloh werden zum Problem

Der Rüsselkäfer sowie der Rübenerdfloh werden nach und nach zum Problem heimischer Rübenbauern, Abhilfe würde die notwendige Saatgutbeizung bringen. Bislang herrscht im Bezirk Neusiedl am See jedoch Beizverbot. „Ein Verbot bedeutet mittelfristig einen massiven Rückgang des Zuckerrübenanbaus. Vielen Rübenbauern wollen das Risiko einer ertragslosen Ernte nicht eingehen und überlegen, die Produktion einzustellen“, offenbart Rübenbauerbundpräsident Markus Fröch. Die Stimmung unter den Landwirten ist deprimierend, Alternativen scheinen aussichtslos und nicht kostendeckend. „Eine Flächenspritzung als Alternative wäre für die Rübenbauern ein weiterer Kostenfaktor, zudem würden sämtliche Nützlinge ebenso vernichtet werden“, so der Präsident weiters.

Für Kritiker von Beizmitteln, welche eine Gefahr für Bienen darstellen sollen, findet der Rübenbauernbund klare Worte: „Da Rübenfelder nicht blühen, stellen sie praktisch keine Gefahr für die Bienen dar.“ Zudem soll der Saatanbau vor dem Ausschwärmen der nützlichen Insekten vonstattengehen.