Fotograf bedrohte Bub und schlug Tür ein

Situation eskalierte: 46-jähriger Fotograf bedrohte den Sohn seiner Lebensgefährtin und schlug deren Haustür ein.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 24. Februar 2017 | 12:04
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Gewalt
Foto: NOEN, Symbolbild www.BilderBox.com

„In einer Sekunde habe ich mir alles wieder zusammengehaut!“, gab sich der angeklagte Fotograf vor Gericht reuig. Dem massiv vorbestraften Mann wurden die Delikte des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt, der Sachbeschädigung, der versuchten Körperverletzung und der gefährlichen Drohung vorgeworfen.

Bub schloss sich im Bad ein

Er sei, so sagte der Fotograf vor Gericht, mit Hilfe seiner Lebensgefährtin gerade wieder auf die „gerade Bahn“ gekommen und habe „Boden unter den Füßen“ gespürt. „Ich habe für ihn gekämpft“, sagte auch die Ex-Lebensgefährtin vor Gericht.

Aus schwer nachvollziehbaren Gründen kam es dennoch am 2. August 2016 zu nächtlicher Stunde vor und in dem Haus der Lebensgefährtin im Bezirk Neusiedl zu einem folgenschweren Vorfall. Der alkoholisierte Fotograf attackierte und bedrohte den Sohn seiner Freundin. Dieser schloss sich aus Angst im Badezimmer ein und verständigte die Polizei.

„Ich räume euch alle weg!“

Auch die Lebensgefährtin fürchtete sich und holte den Nachbarn zu Hilfe. Dieser sprach vor dem Haus mit dem aufgebrachten Mann. Die Lebensgefährtin schloss sich drinnen ein, worauf der Fotograf völlig außer sich die Haustür eintrat. Den kurz danach am Tatort eintreffenden Polizisten teilte der Angeklagte mit: „Ich räume euch alle weg!“ Er sei Profiboxer und habe 30 Vorstrafen, soll der Fotograf in seinem Wahn erklärt haben.

Einer der Polizisten zückte als Warnung den Pfefferspray, daraufhin habe sich der Fotograf widerstandslos die Handschellen anlegen lassen. „Ich möchte mich offiziell entschuldigen. Es ist zum Genieren“, zeigte sich der Angeklagte schuldeinsichtig.

Richterin Karin Knöchl verurteilte ihn zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 720 Euro Geldstrafe.

Freigesprochen wurde der Mann von dem Vorwurf, er habe den Sohn seiner Lebensgefährtin verletzen wollen. Der Angeklagte nahm das Urteil an.