Grabschalen wurden gestohlen. Reihenweise plünderte ein vorbestrafter 40-jähriger Slowake Gräber – drei Jahre Haft.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 23. März 2019 (04:43)
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Respektlos. Für Diebstähle auf Friedhöfen im Neusiedler Bezirk wurde ein vorbestrafter 40-Jähriger zu drei Jahren Haft verurteilt.
Symbolbild/Haider

Fast könnte man glauben, der Angeklagte habe es darauf angelegt, bald wieder ins Gefängnis zu kommen: Nach sechs Verurteilungen in seiner Heimat, der Slowakei, und einer Haftstrafe in Österreich, aus der er am 19. Oktober 2018 entlassen worden war, wurde er nur kurze Zeit danach wieder straffällig.

Zu seinen persönlichen Daten befragt, konnte sich der Angeklagte offenbar gar nicht mehr erinnern, wie viele Kinder er hatte.

„Eines“, sagte er auf die entsprechende Frage von Richterin Karin Lückl. „Da steht aber, Sie haben zwei Kinder!“, wunderte sich diese.

Nach kurzem Nachdenken korrigierte der Angeklagte seine Angabe.

Staatsanwältin Verena Strnad hielt dem Mann vor, er habe nicht nur diverse Diebstähle in Friedhöfen begangen, was an sich schon besonders verwerflich sei, sondern auch in Autos eingebrochen.

Einer Familie in Wallern stahl er gleich zwei Autos, weitere Fahrzeuge entwendete er in Parndorf und Völs. In Pamhagen und Wien montierte er von Autos die Kennzeichentafeln ab, um diese an den gestohlenen Autos anzubringen.

Grabschmuck von Friedhöfen entfernt

Außerdem plünderte er in Parndorf, Neudorf und Neusiedl/See mehrere Gräber. Er stahl 15 Grabschalen, jeweils im Wert von mehreren hundert Euro sowie fünf ebenfalls wertvolle Blumenübertöpfe.

In Edelstal hatte der Mann vier Grabschalen von Gräbern entfernt und zum Abtransport bereitgestellt. Am 1. Jänner 2019 wurde er verhaftet.

„Warum haben Sie diese Straftaten begangen?“, wollte die Richterin wissen.

Der Angeklagte lachte kurz auf. „Es ist schwer zu erklären“, sagte er. „Ich habe das einfach gebraucht.“

„Wann sehen Sie ein, dass Sie Dinge nicht einfach anderen wegnehmen können, wenn Sie etwas brauchen?“, wollte die Richterin wissen.

„Ich wüsste nicht, wie ich es ändern sollte“, meinte der Angeklagte. „Es ist ein Teufelskreis.“ Er habe, wenn er aus dem Gefängnis komme, keine Chance am Arbeitsmarkt, und zwar umso weniger, je mehr Zeit er in Haft verbringe.

Zu den angeklagten Straftaten bekannte er sich schuldig. Die Richterin verurteilte ihn zu weiteren drei Jahren Haft.