56-Jähriger sammelte 36.500 Kinderpornos

56-Jähriger sammelte 20 Jahre lang kinderpornografische Inhalte. Urteil: sechs Monate bedingt, 2.400 Euro Geldstrafe.

Erstellt am 08. Juli 2021 | 03:15
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Foto: APA (Symbolbild)

Seit seiner Scheidung im Jahr 2000 hatte sich ein heute 56-jähriger Mann aus dem Bezirk Neusiedl für Fotos und Videos mit kinderpornografischen Inhalten interessiert.

„Es fing mit Kleinigkeiten an, wurde immer mehr und irgendwann fängt man an zu sammeln“, bekannte sich der Angeklagte am Freitag der Vorwoche vor Richterin Doris Halper-Praunias schuldig.

„Haben Sie Ihr Interesse an Kindern hinterfragt?“, hakte die Richterin nach.

„Ich wollte es nicht wahrhaben“, erklärte der Angeklagte.

Eine Cybercrime-Ermittlerstelle beim Bundeskriminalamt war auf die fragwürdigen Downloads des Burgenländers aufmerksam geworden. Die Kriminalbeamten konnten die IP-Adresse jenes Computers ausforschen, von dem aus die Downloads erfolgten.

In der Wohnung des Verdächtigen fand daraufhin eine Hausdurchsuchung statt. Auf zwei Laptops, einem Tablet, einer externen Festplatte und USB-Sticks wurden insgesamt 36.147 Bilder und 414 Videos mit kinderpornografischen Inhalten sichergestellt.

„Kinder misshandelt, missbraucht, verletzt“

„Ist Ihnen bewusst, dass dadurch Kinder misshandelt, missbraucht und verletzt werden?“, fragte die Richterin.

„Das ist mir bewusst. Der Drang wurde aber immer stärker“, sagte der Angeklagte.

Die kriminellen Darstellungen habe er nur für sich verwendet, an andere Personen weitergeleitet habe er die Fotos und Videos nicht, gab der 56-Jährige an.

„Schauen Sie sich heute immer noch solche Sachen an?“, fragte die Richterin. „Nein“, antwortete der Angeklagte. Er sei seit Februar in Therapie und versuche, sich mit alternativen Aktivitäten zu beschäftigen.

Der Mann wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem wurde eine unbedingte Geldstrafe in der Höhe von 2.400 Euro verhängt. Die sichergestellten Laptops und anderen Speichermedien werden vernichtet.

Der Angeklagte erhielt außerdem die gerichtliche Weisung, die begonnene Psychotherapie fortzuführen.

„Ich nehme das Urteil auf jeden Fall an“, sagte der 56-Jährige. Auch der Staatsanwalt zeigte sich damit einverstanden.