Sohn bedroht: „Ich bin der Bestatter“

Zuerst nahm er sein Kind bis spät nachts in ein Lokal mit, dann drohte Vater dem Kleinen. 1.680 Euro Geldstrafe.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 20. November 2019 | 05:26
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Urteil. 35-Jähriger bekam eine „letzte Chance“.
Foto: BVZ

Mit den Worten „Ich bin der Bestatter, ich grabe dich ein“ drohte ein 35-jähriger, wegen Stalkings bereits dreimal vorbestrafter Mann am 18. August 2019 telefonisch seinem Sohn. Vorige Woche wurde der Mann wegen dieses Telefonats verurteilt.

„Sie haben aus früheren Verurteilungen zehn Monate Freiheitsstrafe offen!“, ermahnte Richterin Karin Lückl den Angeklagten.

Im August 2019 hatte der von seiner Frau getrennt lebende Angeklagte den neunjährigen Sohn mit aufs Golser Volksfest genommen. Danach war er mit dem Buben noch in einem Lokal. „Dann kam meine Ex-Frau mit der Polizei“, erinnerte sich der Angeklagte.

Die Mutter nahm den Buben mit nach Hause. „Wie spät war es da?“, erkundigte sich die Richterin. „Dreiviertel zwei Uhr“, antwortete der Angeklagte.

Aus Wut den Sohn angerufen

Aus Wut, weil der Sohn nicht bei ihm übernachten durfte, habe er das Kind kurz danach noch einmal am Handy angerufen. Die Ex-Frau des Angeklagten nahm den Anruf auf und legte die bedrohlichen Äußerungen später der Polizei vor.

„Ich räum‘ euch weg, euch findet niemand mehr. Dankeschön, gute Nacht und schlaft gut“, lauteten die letzten Worte des Anrufers.

„Haben Sie sich nicht im Griff?“, wunderte sich die Richterin. „Es war ein großer Fehler“, gab sich der Angeklagte reuig. Er wurde zu 1.680 Euro Geldstrafe und weiteren drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

„Das ist Ihre letzte Chance!“, ermahnte die Richterin den Mann. Beim nächsten ähnlichen Vorfall müsse der Angeklagte mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

Die Geldstrafe darf der Mann auf Raten abstottern.