Über 10.000 Anrufe von Stalkerin bei Ex-Freund

Erstellt am 04. August 2022 | 04:34
Lesezeit: 3 Min
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Insgesamt tätigte die Stalkerin gezählte 10.624 Anrufe an ihren Ex-Geliebten.
Foto: Symbolfoto, shutterstock
Bezirk Neusiedl: 38-jährige Frau als Stalkerin vor Gericht: Sie wollte sich mit Trennung nicht abfinden.
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Wegen Nötigung, gefährlicher Drohung und beharrlicher Verfolgung – lauter Taten aus Eifersucht – musste sich eine 38-jährige Angestellte vorige Woche am Landesgericht vor Richterin Karin Knöchl verantworten.

Von 15. September 2021 bis 28. März 2022 hatte sie ihren 32-jährigen Ex-Geliebten gezählte 10.624 Mal angerufen. „Das sind 59 Anrufe pro Tag“, rechnete der Staatsanwalt vor. Außerdem schickte die Frau ihrem Ex-Freund 1.428 Nachrichten, veröffentlichte seine Handynummer auf sozialen Plattformen und forderte Fremde auf, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Auch die Freundin des 32-Jährigen wurde zur Zielscheibe der Nachstellungen: Die Angeklagte rief sie unzählige Male an und stellte ihr nach.

Einer weiteren Frau drohte sie, sie werde dieser „den Schädel zertrümmern“, sodass sie eine Schönheitsoperation benötigen werde.

Einmal suchte sie ihren Ex-Freund nachts auf und soll dann mit dem Auto bedrohlich auf ihn zugefahren sein. „Zwei- bis dreimal“, gab die Angeklagte zu. „Er sprang immer weg und wollte in die Wohnung hineingehen.“

„Das dürfen Sie nicht!“, ermahnte sie die Richterin.

„Es war eine schwierige Zeit“, sagte der Verteidiger. Das Verhältnis zu dem 32-Jährigen, möglicherweise eine Dreiecksbeziehung, sei kompliziert gewesen. „Das konnte sie nicht so einfach wegstecken“, sagte der Anwalt. „Ich wollte das klären, er wollte aber kein Gespräch führen“, versuchte die Angeklagte ihre Hartnäckigkeit zu erklären. Sie gab zu, dass sie dem Ex-Freund und dessen Freundin Angst machen wollte.

Dem Ex-Freund reichte es: Er erstattete Anzeige

„Wir hatten uns ausgesprochen, aber das hat ihr nicht gereicht“, sagte der 32-Jährige.

Am 28. März hatte er Anzeige erstattet, seither unterlasse die 38-Jährige die Kontaktaufnahme.

„Ich hatte Angst um meine Freundin, dass sie vergewaltigt und geschlagen wird“, berichtete der 32-Jährige.

„Ich dachte, dass auf mich gewartet wird. Dass ein paar Leute dort warten und mich abfangen“, berichtete seine 28-jährige Freundin.

Die bislang unbescholtene Stalkerin erhielt eine Diversion. Wenn sie 900 Euro Geldbuße bezahlt, wird das Verfahren gegen sie eingestellt.

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