Verzwickte Eisweinlese durch schwierige Witterung. Die milden Wintertemperaturen erschweren die Produktion. Einige Weingüter im Bezirk versuchen es trotzdem.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 21. Februar 2018 (11:14)
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Eiswein-Kriterium. Die Trauben müssen bei der Lese und auch beim Pressen gefroren sein.
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Die Eisweinlese gestaltet sich heuer so schwierig wie schon lange nicht mehr. Viele Winzer im Bezirk haben das Projekt „Eiswein 2017“ wegen des warmen Winters bereits ad acta gelegt, manche warten und hoffen noch auf eisige Temperaturen für die Lese, nur wenigen ist es bereits gelungen, Trauben im gefrorenen Zustand zu ernten und zu pressen. Darunter die Weingüter Weiss in Gols und Allacher in Mönchhof. Sie befinden sich mitten in der Eisweinproduktion.

Weingut Weiss: Eiswein auf Nachfrage

Das Weingut Weiss produziert Eiswein auf Nachfrage. „Natürlich nur, wenn die Voraussetzungen gegeben sind“, sagt Beate Weiss. Und die waren heuer aufgrund des milden Winters besonders schwierig. Am 2. Dezember wagten die Golser die Eisweinlese aber doch.

„Wir haben bei Minus sieben Grad gelesen. Leider ist die Ernte kleiner ausgefallen als erhofft“, so Weiss. Auch Rainer Allacher berichtet von einer kleinen Lese: „Die Qualität schaut gut aus. Die Menge? Ein bißl.“ Die 25 Grad Klosterneuburger Mostwaage (KMW) seien aber erreicht worden, sogar etwas mehr. KMW ist die in Österreich übliche Einheit zur Bestimmung des Zuckergehalts von Traubensaft. Für Eiswein gelten als Mindestkriterium 25 Grad.

Eisige Ernte. Anfang Dezember entschied sich - unter anderem - Winzer Rainer Allacher in Mönchhof zur Eisweinlese.
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Keinen Eiswein mit dem Jahrgang 2017 wird es vom Golser Weingut Hans und Christine Nittnaus geben. „Das erste Mal seit neun Jahren“, sagt Juniorchef Andreas Nittnaus. Vor drei Wochen habe man sich entschieden, die Trauben zu lesen und zu einer Beerenauslese zu verarbeiten. „Wir haben die Situation lange beobachtet. Irgendwann muss man aber handeln, die Trauben lösen sich sonst auf. Dann kann man gar nichts mehr draus machen“, erklärt Nittnaus.

Einer, der noch bis zum Wochenende zuwarten will, ist der Neusiedler Winzer Thomas Haider: „Da ist sibirische Kälte bis zu Minus 19 Grad angesagt, deshalb hängt der Blaufränkisch noch. Vielleicht haben wir Glück. So spät wie jetzt haben wir die Trauben noch nie draußen gehabt.“