Winzer versus Stare. Ein Vogelschwarm kann einen Totalschaden anrichten. Besonders Weingemeinden in Seenähe sind betroffen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 31. August 2017 (05:00)
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Das Einnetzten der Weinstöcke ist ein effektiver Schutz gegen Stare. Vor allem bei Sorten, die spät geerntet werden, zahlt sich diese kosten- und arbeitsintensive Methode aus.
Birgit Böhm-Ritter

Die Winzer des Bezirks sind momentan frohen Mutes. Die Qualität der Trauben ist top. „Der Behang ist schön, durch die wenigen Niederschläge gibt es auch wenig Pilzbefall“, weiß Franz Stefan Hautzinger. Der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer lobt nicht nur die Traubenqualität, auch die Erträge seien heuer hoch.

Damit das so bleibt, sind die Weinbauern momentan bestrebt, die Schäden durch die Stare in Grenzen zu halten. Jedes Jahr sind die Winzer mit dem Problem konfrontiert: Ein Schwarm Stare kann einen Weingarten in kurzer Zeit leer fressen. Vor allem Gemeinden in Seenähe haben mit Schäden durch Vogelschwärme zu kämpfen.

Verschiedene Methoden zur Vertreibung

Zur Vertreibung der Vögel aus den Weingärten sind verschiedene Methoden erlaubt. Die Details dazu regelt die Burgenländische Stare-Vertreibungs-Verordnung. Sie erlaubt den Gemeinden, die einen Antrag bei der Agrarabteilung des Landes eingebracht haben, vom 10. Juli bis 31. Oktober Abwehrmaßnahmen zu treffen.

Die Methoden, die zur Vertreibung der Stare eingesetzt werden, sind recht unterschiedlich: Von der altmodischen Vogelscheuche, automatischen Knallgerät, über Jäger und Feldhüter, Einnetzen der Weinstöcke bis hin zu Kleinflugzeugen und Drohnen.

Im Neusiedler Bezirk setzt man heuer allerdings nicht auf Fluggeräte, weder auf bemannte noch auf unbemannte. Seit einem tödlichen Flugzeugabsturz eines sogenannten „Starfighter“ in Weiden am See im Sommer 2015 wird weitgehend auf diese Methode verzichtet.

Trauben statt Mais und Sonneblumenkerne

„Wir haben gemerkt dass es auch anders geht“, sagt der Golser Winzer und Bezirksobmann des Weinbauverbandes. Vergangenes Jahr hat die größte Weinbaugemeinde Österreichs auf den Einsatz der Jäger gesetzt. „Mit Erfolg“, sagt Allacher. Derzeit seien in Gols fünf Jäger mit der Vertreibung der Vogelschwärme beschäftig. „Die Probleme sind aber noch nicht so groß, weil die Vögel noch andere Kulturen vorfinden“, weiß Allacher. Sobald die Mais- und Sonnenblumenfelder gedroschen worden seien, stünden die süßen Trauben aber vermehrt auf dem Speiseplan der Stare.

Die effektivste Methode sei die Vertreibung durch die Jäger und Weingartenhüter mittels Schreckschusspistolen oder Knallkörper, sind Allacher und Hautzinger sich einig. Auch das Einnetzen der Weinstöcke erziele gute Ergebnisse. „Allerdings sind die Netze teuer und mit einem immensen Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden“, betont Hautzinger.