„Wunderschöner Wein“: Winzer mit Lese zufrieden. Winzer sind mit der heurigen Lese zufrieden. Die Qualität der Trauben wird gelobt und die Erntemenge liegt im Durchschnitt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 05. Oktober 2017 (05:00)
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Die Winzer Erich und Michael Andert sind von der hohen Qualität der 2017er Jahrganges überzeugt.
John Carey

Spricht man dieser Tage mit Winzern und Weinexperten über den Jahrgang 2017, so ist der Tenor ein einhelliger: „Vitale Weingärten, gesunde Trauben, ein wunderschöner Jahrgang“, heißt es zusammengefasst.

Die Hauptlese ist in vielen Betrieben des Bezirkes bereits abgeschlossen. Etwa eine Woche früher als in Durchschnittsjahren. Das Traubenmaterial lässt einen vielversprechenden Jahrgang erwarten, speziell bei Rotweinen.

Rund 707.000 Hektoliter Ernte

Und auch mengenmäßig atmen die Winzer nach dem frostgebeutelten 2016er Jahrgang auf. Im Burgenland geht man von einer Normalernte aus. Eine Weinernte von rund 707.000 Hektoliter wird erwartet. Das ist etwa zweieinhalb Mal so viel wie im Vorjahr. Die Weinbauern konnten dem Witterungsverlauf mit Spätfrost im Frühjahr und extremer Trockenheit im Sommer also erfolgreich trotzen.

Der Joiser Winzer Markus Altenburger berichtet von einem „ziemlich wunschgemäßen Jahrgang“: „Gut ausgereifte und auffallend gesunde Trauben, kaum Pilzbefall“. Auch der Alkoholgehalt sei nicht so hoch wie befürchtet. „Wir dachten schon, alles wird sich über 14 Prozent abspielen. Das ist aber nicht der Fall.“

Thomas Haider, Weinbauvereins-Obmann Neusiedl am See ist sehr zufrieden mit der heurigen Lese: „Sowohl von der Menge, als auch von der Qualität ist der Wein Spitze. Das Wetter war einfach optimal. Was der Frost im Vorjahr zerstört hat, hat die Natur heuer wieder gut gemacht. Es passt für uns, alles ist im grünen Bereich.“ Die meisten roten Sorten hängen aber noch am Weinstock. Die Trauben bezeichnet Haider als sehr reif und gesund.

Bgld. Landwirtschaftskammer/Statistik Austria; Illustration: robuart/Shutterstock; Grafik: Gastegger

Auch im südlichen Teil des Bezirkes ist man zufrieden. Biowinzer Michael Andert aus Pamhagen freut sich über ein „quantitativ schönes und qualitativ sehr schönes Ergebnis“.
Immer mehr zu schaffen, machen den Weinbauern die trockenen Sommermonate. Die vielen Hitzetage verlangen den Reben einiges ab, noch viel mehr haben die Pflanzen aber mit geringem Niederschlag zu kämpfen. Trotzdem setzen österreichweit nicht mehr als zehn Prozent der Winzer auf Bewässerungsanlagen.

Michael Andert hat sich 2003 entschieden, nicht mehr zu „betropfen“. Auch Altenburger und Haider verzichten auf eine Bewässerung. Altenburger setzt auf ältere Rebstöcke, die durch ihre tiefen Wurzeln niederschlagsarme Sommermonate besser verkraften. „Das Bewässern verhindert, dass die Wurzeln in den Unterboden vordringen, dadurch bleibt die Pflanze aber wiederum auf Trockenheit anfälliger.“ In die gleiche Kerbe schlägt Andert. „Das Bewässern macht die Pflanzen zu „Wasserjunkys“. Die obenliegenden Tag- und Tauwurzeln werden forciert und die wichtigeren Fußwurzeln verkümmern.“