Pflege: Neue Berater und Zukunftspläne. Landesrat Illedits stellte die „Case- and Care-Manager“ vor und präsentierte ein Anstellungsmodell für pflegende Angehörige.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 02. Mai 2019 (05:41)
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Bezirkshauptfrau Birgit Lentsch mit Landesrat Christian Illedits und Sonja Windisch, Leiterin der Sozial- und Gesundheitsabteilung des Landes.
BVZ

Im Rahmen seiner Bezirkstour präsentierte Landesrat Christian Illedits bei einem Medientermin ein neues Angebot der Pflege und Sozialberatung auf den Bezirkshauptmannschaften. Sogenannte „Case- and Care-Manager“, also Pflege- und Sozialberater, sollen als fundierte Ansprechpartner für pflegebedürftige Menschen und vor allem auch für ihre Angehörigen über die gesamte Angebotspalette im Pflegesektor informieren.

In Neusiedl am See ist es Tamara Hadjwasiri, die seit Jahresbeginn hilft, eine möglichst individuelle Pflegelösung zu finden. Die Beratung erfolgt sowohl auf der Bezirkshauptmannschaft als auch direkt bei den pflegebedürftigen Menschen zu Hause. „Dieses neue Angebot wird sehr gut angenommen. In den ersten drei Monaten wurden insgesamt 626 Beratungsfälle, davon exakt 101 im Bezirk Neusiedl am See, geleistet“, weiß Landesrat Christian Illedits zu berichten.

„Zukunftsplan Pflege“ präsentiert

Im Rahmen des Bezirkstages stellte Illedits auch den „Zukunftsplan Pflege“ vor. Dieser sieht 21 konkrete Vorschläge vor, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Damit wolle man die Pflege im Land auf ein solides Fundament stellen, so das Regierungsmitglied.

Im Bezirk Neusiedl am See bieten derzeit fünf Pflegeheime rund 250 Plätze, die Seniorentagesbetreuung verzeichnet durchschnittlich 27 Tagesgäste monatlich. Bis zum Jahr 2021 sollen in der Versorgungsregion Neusiedl am See bei den stationären Einrichtungen zwischen 20 und 33 zusätzliche Plätze entstehen.

Die teilstationären Einrichtungen sollen in demselben Zeitraum um 20 zusätzliche Plätze ausgebaut werden, die alternativen Wohnformen, zum Beispiel „Betreutes Wohnen Plus“, um bis zu 31 Plätze. Ebenfalls ausgebaut werden sollen die mobilen Pflegedienste. Konkret werden zwischen 3.500 und 5.300 zusätzliche Stunden hinzukommen.

Anstellungsmodell für pflegende Angehörige

Vorerst im Rahmen eines Pilotprojektes will das Land Burgenland die Anstellung von pflegenden Angehörigen ermöglichen. Eine Anstellung bei einer gemeinnützigen GmbH des Landes soll auf Basis einer Vollzeitbeschäftigung zu 1700 Euro netto erfolgen, wobei je nach Pflegestufe (möglich ab Stufe 3) unterschiedliche Beschäftigungsmodelle möglich sein sollen.