Neusiedler Bezirk mit den meisten Verkehrstoten

Im Bezirk Güssing gab es drei Verkehrstote, im Bezirk Neusiedl am See mit 26 Verstorbenen die meisten Todesfälle.

Erstellt am 27. Mai 2021 | 07:10
ÖAMTC Broschüre Unfall im Ausland
Symbolbild
Foto: ÖAMTC

In den sieben burgenländischen Bezirken verloren in den vergangenen fünf Jahren 108 Menschen ihr Leben wegen eines Verkehrsunfalls. Rund 5.000 Menschen wurden verletzt.

„Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an Verkehrstoten und die ist null“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Dieses Ziel hat im Coronajahr 2020 der Bezirk Jennersdorf erreicht, macht der VCÖ aufmerksam. Im Jahr 2019 gab es im Bezirk Güssing keinen tödlichen Verkehrsunfall, im Jahr 2018 im Bezirk Jennersdorf.

Drei Verkehrstote im Bezirk Güssing

Im Zeitraum der vergangenen fünf Jahre gab es im Bezirksvergleich in Güssing die wenigsten Verkehrstoten zu beklagen, nämlich drei. Im Bezirk Oberpullendorf waren es mit 21 siebenmal so viele, im Bezirk Neusiedl am See mit 26 fast neunmal so viele, wie die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.

„Im Vergleich zu den verkehrssichersten Staaten Europas ist das Unfallrisiko in Österreich hoch. Es braucht daher neben der konkreten Arbeit vor Ort, wie etwa die Entschärfung von Gefahrenstellen, auch bundesweite Maßnahmen. In der Vergangenheit wurden zwar viele Maßnahmen gesetzt, die im Fall eines Unfalls die Verletzungsschwere reduzieren, aber zu wenige Maßnahmen, die überhaupt den Unfall vermeiden“, so Schwendinger.

Zu unfallvermeidenden Maßnahmen zählen eine sichere Infrastruktur für das Gehen und Radfahren, der verstärkte Einsatz von Anrufsammeltaxis und Discobussen in den Regionen sowie niedrigere Tempolimits.

WHO forderte 30er im Ortsgebiet

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vergangene Woche die Einführung von Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet gefordert. Der VCÖ unterstützt diese Forderung. Tempo 30 statt 50 reduziert den Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg). Ein Pkw, der bei Tempo 30 einen Anhalteweg von 11 Metern hat, hat bei Tempo 50 einen Anhalteweg von 24 Metern. Nach elf Metern hat das Auto noch eine Geschwindigkeit von 49 km/h. Wird ein Fußgänger mit diesem Tempo angefahren, ist das Risiko schwerster oder gar tödlicher Verletzungen extrem hoch.

VCÖ fordert 80er auf Freilandstraßen

Für die Reduktion der schweren Verkehrsunfälle in den Regionen ist zudem laut VCÖ Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen eine sehr wichtige Maßnahme.

Ein Sicherheitsrisiko in den Regionen sind fehlende sichere Geh- und Radverbindungen zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet. „Baulich getrennte Geh- und Radwege verhindern schwere Unfälle. Der verstärkte Ausbau der Rad-Infrastruktur ist daher nicht nur aus Umweltsicht, sondern auch aus Sicht der Verkehrssicherheit zu begrüßen“, betont abschließend VCÖ-Experte Michael Schwendinger.