Von New York City nach Winden am See

„Denk.mal“ der Windener Künstlerin Christina Lag-Schröckenstein wurde mit dem Förderpreis des Landes ausgezeichnet.

Erstellt am 25. März 2021 | 03:55
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Die Künstlerin über ihr Gewinnerprojekt: „In den letzten Jahren scheinen wir unsere Weltsichten und Wahrnehmungen (...) durch limitiertes, engmaschiges und von Kontrasten geprägtes Denken einzuschränken. Denn die medialen Strukturen (...) garantieren uns lediglich den Frieden (...) unserer Box und gaukeln uns virtuelle Freiheiten vor (...).“
Foto: Lag-Schröckenstein, Lag-Schröckenstein

Mit Blick auf das 100-Jahre Jubiläum setzten sich Künstlerinnen und Künstler mit dem „Bild“ des Burgenlandes auseinander. Die Wettbewerbsjury vergab vor Kurzem den Förderpreis für Bildende Kunst des Landes Burgenland unter anderem an die in Winden lebende und arbeitende Künstlerin Christina Lag-Schröckenstein für das Triptychon „Denk.mal“. Mit der BVZ spricht das Multitalent über die aktuelle Situation für Kunst- und Kulturschaffende sowie ihren beruflichen Werdegang.

„Ich freue mich sehr über den diesjährigen Förderpreis für Bildende Kunst, gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es eine essenzielle Anerkennung, Zuwendung und Bestätigung für alle Mühen und Anstrengungen innerhalb so einer langen Durststrecke“, betont die Wahl-Windenerin. Sie versuche, sich in der Zwischenzeit viel auf ihre künstlerische Arbeit zu konzentrieren. An ihrem Schaffensdrang habe sich durch Corona nichts geändert, „ich platze manchmal vor Ideen, kann aber alles nur der Reihe nach umsetzen“.

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Bis 18. April (unter Voranmeldung) kann die preisgekrönte Arbeit in der Galerie der Cselley Mühle Oslip besichtigt werden.
Schreiber, Schreiber

Christina Lag-Schröckenstein wurde 1975 in Wien geboren, während einem einjährigen Aufenthalt (Studienreise) in New York 2010 hat sie ihren Mann kennengelernt. Beide waren als freischaffende Künstler tätig, damals noch ausschließlich im Musikbereich. „Ich hatte Jazzgitarre studiert und wollte unbedingt auf eigene Faust in New York tätig sein. Mein Mann ist im Burgenland geboren und wir sind nach meiner Rückkehr ins Haus seiner Großeltern gezogen. Ich bin direkt vom Flughafen in New York nach Winden gekommen, was erst mal ein Schock war, vor allem weil es hier plötzlich so still war“, erzählt die heute Zweifachmama.

Nach und nach habe sich durch die Stille die Bildende Kunst wieder einen Weg an die Oberfläche gegraben. Schon als Kind wollte sie Malerin werden. „Mein Großvater Franz Hagenauer war ein bekannter Künstler, ich wollte dadurch auf keinen Fall irgendeinen Vorteil haben. So entschied ich mich vorerst einmal für ein Musikstudium“, so die 45-Jährige.

Um ihre Projekte gut umsetzen zu können, habe sie dann eine fotografische Ausbildung, Malkurse und einen Zertifikatslehrgang in Kulturmanagement absolviert. „Momentan arbeite ich viel mit Fotografie und Installationsobjekten. In diesem Spannungsfeld zwischen Klang, Bild und Raum habe ich mir meine künstlerische Nische geschaffen.“

Nähere Infos auf https://lagschroeckenstein.com oder Instagram: lagschroeckenst