Schulöffnung: Zurndorfer Vater fordert klare Aussagen. Ein besorgter Vater aus Zurndorf machte seinem Ärger über die neuen Maßnahmen in der Schule Luft.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 14. Februar 2021 (04:13)
Thomas V.: „Freiwilligkeit mit daraus resultierenden ‚Repressalien‘ ist für mich eine Pflicht, die niemand ausspricht.“
privat

Nach den Semesterferien startet wieder der Präsenzunterricht an Burgenlands Schulen. Zweimal in der Woche heißt es dann: Stäbchen in die Nase, Stäbchen in das Testkit und Flüssigkeit drauf. Denn regelmäßige Corona-Selbsttests sind künftig die Eintrittskarte in das Klassenzimmer.

Dass die Rückkehr an die Schulen an Voraussetzungen - an Testungen - geknüpft ist, stößt vielen Eltern sauer auf. Der besorgte Vater aus Zurndorf Thomas V. ergriff die Initiative und formulierte einen offenen Brief an Bildungsminister Heinz Faßmann, in dem er all seine Bedenken und sein Missfallen verpackte: „Sie sprechen von Freiwilligkeit in Bezug auf die regelmäßige Testung unserer Kinder, betonen aber im gleichen Atemzug, dass Kinder, die nicht getestet sind, NICHT die Möglichkeit haben werden, am Unterricht teilzunehmen (...) Merken Sie den Widerspruch in sich? (...) Ich weiche nicht davon ab, dass allen Kindern, egal ob getestet oder nicht, das gleiche Recht auf Bildung (...) zusteht.“

Im Gespräch mit der BVZ präzisiert der Vater eines schulpflichtigen Teenagers seine Meinung zu den kürzlich beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung. Der 42-Jährige befürchte, dass so auch im Bildungsbereich eine Zwei-Klassengesellschaft geschaffen werde. „Kinder, die sich testen, dürfen in die Schule gehen und werden dementsprechend ‚gut‘ von den Lehrern unterrichtet. Den Kindern daheim wird dieses weitestgehend verwehrt bleiben. Niemand kann ernsthaft glauben, dass Präsenzunterricht und Homeschooling gleich gut funktionieren“, ist sich der Zurndorfer sicher.

Als Eltern mache man sich darüber hinaus Sorgen, dass in Folge der Lockdowns und der damit einhergehenden sozialen Distanzierung eine Generation von Menschen „herangezüchtet“ werde, die nicht mehr in der Lage sei, aufeinander Rücksicht zu nehmen oder soziale Kompetenzen zu entwickeln.

Im live gestreamten Unterricht sehe er die Lösung des aktuellen Problems. „So könnten auch Kinder am Unterricht aktiv teilnehmen, die nicht im Präsenzunterricht sind.“

Der zweifache Vater wünsche sich klare Aussagen von den Politikern. „Sagt uns die Wahrheit, wir können das vertragen und wären dann auch bereit, die Maßnahmen mitzutragen.“