Bruckneudorfer hilft in Kroatien. Ante Prgić organisierte quasi über Nacht drei volle Lieferwägen mit Hilfsgütern und brachte sie ins Erdbeben-Gebiet in Kroatien.

Von Susanne Müller. Erstellt am 31. Dezember 2020 (15:17)
Ante Prgić und seine Frau Mirjana beim Beladen der Lieferwägen mit Hilfsgütern.
Privat

Ante Prgić ist selbst gebürtiger Kroate. Als der Bruckneudorfer aus den Nachrichten von den schrecklichen Zerstörungen durch das Erdbeben in Kroatien erfuhr, zögerte er nicht lange. „Es war eine ganz schnelle Entscheidung, ich habe um ein Uhr nachts einen Aufruf gepostet“, erzählt Prgić. Ab 9 Uhr seien bereits Leute gekommen und hätten Sachen gebracht. Man orientierte sich dabei nach den Bedarfslisten des Roten Kreuzes. Bis 14 Uhr waren am Mittwoch drei Lieferwägen voll mit Hilfsgütern bepackt und Prgić machte sich mit seinem Sohn und einem Kollegen auf den Weg nach Kroatien. Was danach noch abgegeben wurde, wurde nach Wien gebracht, wo am Mittwoch ebenfalls Hilfsgüter-Transporte abfuhren.

Im Erdbebengebiet angekommen, stellten die Helfer fest, dass es an der ersten Anlaufstelle bereits vor Einsatzkräften wimmelte. Auf Anregung des Roten Kreuzes habe man die Hilfsgüter dann auf etwas entlegenere Dörfer im Krisengebiet verteilt. „Wichtig sind vor allem Wasser, Seife und andere Hygieneprodukte“, erzählt Prgić im NÖN-Gespräch auf dem Weg zum zweiten Dorf. „Man hat gesehen, wie sich die Menschen gefreut haben, als sie das Wasser gesehen haben.“

Die Situation vor Ort sei schlimm. „Es haben mittlerweile noch drei oder vier Nachbeben stattgefunden, das letzte wieder mit Stärke fünf auf der Richterskala“, so Prgić. Es seien viele Hilfskräfte im Einsatz, auch von den Feuerwehren aus Österreich. Nach seiner Rückkehr nach Österreich will Prgić eine weitere Sammelaktion starten. „Die Menschen brauchen jetzt Baumaterialien, damit die Häuser, die nicht ganz zerstört wurden, repariert werden können“, weiß Prgić. Dafür brauche er aber die Hilfe von Unternehmern, um etwa den Transport zu bewerkstelligen.