Kein Sparkurs trotz Corona-Verlusten. Die Pandemie wirkt sich auch auf die Parndorfer Gemeindefinanzen aus. Dennoch werden 2021 große Investitionen getätigt.

Von Paul Haider. Erstellt am 09. Januar 2021 (04:55)
Das Gesamtvolumen des Parndorfer Budgets für 2021 beläuft sich auf rund 12,5 Millionen Euro.
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Der finanzielle Fahrplan der Gemeinde Parndorf für das Jahr 2021 steht: In der letzten Gemeinderatssitzung 2020 wurde das Gemeindebudget mit den Stimmen der Liste Parndorf (LIPA), SPÖ und Grünen beschlossen. Stimmenthaltungen gab es von der ÖVP. Die Gemeinderätin der FPÖ war bei der Sitzung nicht anwesend.

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) spricht gegenüber der BVZ von einem „mutigen Budget“: „Wir gehen davon aus, dass die Krisenerscheinungen noch länger anhalten werden, deshalb haben wir sehr vorsichtig kalkuliert, was die Einnahmen betrifft. Trotzdem machen wir im Hinblick auf viele größere Investitionen ganz normal weiter. Wir wollen uns nicht zu Tode sparen.“

Zirka 2 Millionen Euro weniger Einnahmen

Konkret rechnet Parndorf im Budget 2021 mit rund zwei Millionen Euro weniger Einnahmen aus Kommunalsteuer und Ertragsanteilen, als es ohne die Covid-Krise der Fall gewesen wäre. Aus der Kommunalsteuer erwartet sich Parndorf Einnahmen in der Höhe von 3,7 Millionen Euro, die Abgabenertragsanteile des Bundes werden sich auf 3,4 Millionen belaufen. „Wenn kein Corona wäre, würde ich die Kommunalsteuer mit 4,5 bis 4,7 Millionen budgetieren. Bei den Ertragsanteilen vom Bund haben wir letztes Jahr 4,2 Millionen bekommen“, setzt Bürgermeister Kovacs die Zahlen in Relation.

Diese finanziellen Ausfälle sollen zum Teil durch das kommunale Investitionsprogramm des Bundes ausgeglichen werden. „Bisher haben wir keine Gelder daraus bezogen, aber im heurigen Jahr langen wir voll zu“, kündigt der Ortschef an. Das Gesamtvolumen des Parndorfer Budgets für 2021 beläuft sich auf rund 12,5 Millionen Euro. Folgende größere Projekte sollen heuer umgesetzt werden:

Ausbau der Volksschule: Eigentlich bereits für Sommer 2020 geplant, soll der Zubau für die Parndorfer Volksschule im heurigen Sommer errichtet werden. Die Kosten werden sich voraussichtlich auf 3,2 Millionen Euro belaufen.

Vereinshaus: Auch mit dem Bau des neuen Parndorfer Vereinshauses wird begonnen. Da dieses Projekt mit einem Kooperationsvertrag mit der OSG umgesetzt wird, der erst 2022 wirksam wird, schlägt es sich im Budget 2021 noch nicht nieder.

Zubau Feuerwehrhaus: Die Parndorfer Feuerwehr bekommt ein neues Löschfahrzeug, das einen zusätzlichen Garagenplatz benötigt. Dafür wird beim Feuerwehrhaus ein Zubau errichtet. Kostenpunkt: 650.000 Euro.

Straßenbau: Vor allem im neuen Siedlungsgebiet rund um den Kindergarten Zieselweg werden mehrere kleine Straßenbauprojekte umgesetzt: Die Gesamtkosten liegen bei rund 300.000 Euro.

Radwege: Vom Bahnhof Parndorf Ort bis zur Kreuzung bei der Volksschule wird ein neuer Radweg parallel zur Bundesstraße errichtet. Dabei handelt es sich um ein gefördertes Projekt in Kooperation mit der Landesregierung.

Kindergarten: Der Kindergarten in der Emmerich-Kalman Gasse ist in die Jahre gekommen und soll 2022 ausgebaut werden. Als erster Schritt wird 2021 die Küche umgebaut.

„Zuckerl“: Im Parndorfer Budget 2021 sind auch mehrere kleinere Projekte zur Förderung der Lebensqualität im Dorf vorgesehen. Laut Bürgermeister Kovacs sind ein neuer Skaterplatz und eine Boccia-Bahn geplant.

Zusammenfassend meint Wolfgang Kovacs zum Parndorfer Budget 2021: „Wenn die Gemeinden jetzt kein Zeichen setzen, dann geht die Wirtschaft komplett den Bach runter. Parndorf kann investieren, weil ich davon ausgehe, dass die Corona-Krise nicht ewig dauern wird. Ich bin optimistisch, dass wir danach noch immer eine blühende Wirtschaft im Betriebsgebiet haben werden.“