Fast 800 Teilnehmer bei Protestmarsch. Bürgerinitiativen Gallbrunn, Enzersdorf, Schwadorf und Trautmannsdorf hatten am Freitag zu Demo gegen mehrere Großprojekt in der Region aufgerufen. Die Resonanz war weit höher als angenommen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 20. Juli 2019 (08:00)

Sternförmig wanderten die Teilnehmer des Protestmarsches am Freitag aus Gallbrunn, Enzersdorf, Schwadorf und Margarethen zum Kreisverkehr B10/B60. Gerechnet hatten die Veranstalter mit bis zu 400 Personen, am Ende sollten es beinahe doppelt so viele sein. Die letzten Schätzungen lagen bei 700 bis 800 Mitdemonstranten.

Demonstriert wurde gegen mehrere Großprojekte in der Region - gegen das stark wachsende Logistikzentrum der Firma DLH, die dritte Piste am Flughafen, die Deponie "Kalter Berg" sowie die geplante Hochleistungsstrecke der ÖBB zwischen Flughafen und Bruck und auch die über der Region schwebende Realisierung eines Breitspurterminals. 

Projekte bringen "Gleichgewicht ins Wanken"

Zum Protestmarsch aufgerufen hatten die Bürgerinitiativen "VEG Gallbrunn-Stixneusiedl", BILEF und BI "Kalter Berg" aus Enzersdorf, SchwaRau sowie "Unser Trautmannsdorf". Ziel diese Bürgerbewegungen ist es, alle obigen Projekte zu verhindern, beim Logistikcampus geht es natürlich primär, um eine Eindämmung des Ausbaus.

"Alle diese Projekte bringen das gute Gleichgewicht zwischen Natur und Industrie in unsere Region ins Wanken. Wir haben ja auch schon sehr viel Belastung", betonte Hauptorganisator Karl Havlicek in seiner Rede. Mehrmaliger tosender Applaus war dem Gallbrunner sicher. Ebenso wie den nachfolgenden Redner, wie BI "Kalter Berg"-Sprecher Hermann Litschauer. Er verwies etwa auf den enorm hohen Ultra-Feinstaubwert in der Region. 

Bürgerinitiativen durch Resonanz gestärkt

Litschauer zieht im NÖN-Gespräch auch ein positives Resümee: "Wir sind überwältigt und hoffen nun auf eine Wirkung auf die Politik und die Unternehmen." Die enorme Resonanz bestätige die Bürgerinitiativen auch in ihrem Wirken und sei eine "irrsinnige Stärkung". Zudem zeige die Teilnehmerzahl, dass "Menschen sich nicht nur in ihren Häusern verstecken, sondern auch bereit sind mitzumarschieren", unterstreicht der der Enzersdorfer.