FF-Kommando für Halbturner seit 23 Jahren. Robert Stadler ist der längstdienende Feuerwehrkommandant im Burgenland: Seit 1998 ist er Halbturns oberster Floriani. Jetzt wurde er wiedergewählt.

Von Paul Haider. Erstellt am 20. März 2021 (03:23)
Auch nach 23 Jahren noch voll motiviert: Feuerwehrkommandant Robert Stadler (links) mit seinem neuen Stellvertreter Rudolf Berger (re.) und Bürgermeister Markus Ulram.
zVg, zVg

Es sind schon ein paar Jahre ins Land gezogen, seit Robert Stadler als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Halbturn angelobt wurde. Genauer gesagt sind es 23: Es war 1998, als der damals 29-Jährige zum obersten Floriani in seiner Heimatgemeinde befördert worden ist.

Über zwei Jahrzehnte später ist er jetzt der am längsten dienende Feuerwehr-Chef im Burgenland.

„Mitmenschen in Notlagen zu helfen und in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen ist einfach schön, das macht man gerne“

Robert Stadler: Seine Begeisterung für das Feuerwehrwesen ist ungebrochen

Ans Aufhören denkt er noch lange nicht – vor Kurzem wurde Robert Stadler für weitere sechs Jahre als Kommandant wiedergewählt. Der BVZ hat der heute 52-Jährige erzählt, warum ihn die Begeisterung für das Feuerwehrwesen bis heute nicht losgelassen hat.

An erster Stelle steht für ihn die Kameradschaft: „Die gehört dazu, keine Frage. Mitmenschen in Notlagen zu helfen und in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen ist einfach schön, das macht man gerne“, bringt es Robert Stadler auf den Punkt.

Bei der Feuerwehr ist Stadler seit 1992. Damals arbeitet er im elterlichen Fleischereibetrieb, am Wochenende spielt er Fußball beim USV Halbturn. Als er seine Kicker-Karriere im Alter von 24 Jahren beendet, kommt er als Quereinsteiger zu den Florianis: „Ich war ein Spätberufener. Wie ich mit dem Fußballspielen aufgehört habe, hab ich mir gesagt: Irgendwas muss ich im Dorfleben machen. Da habe ich die Feuerwehr für mich entdeckt. Vor allem die technische Seite hat mich interessiert“, erinnert sich Robert Stadler heute.

Schneller Aufstieg für den Spätberufenen

Nach seinem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr sollte es nur sechs Jahre dauern, bis Stadler 1998 zum Kommandanten befördert wird. Einige Zeit später macht der gelernte Fleischhauer sein neues Hobby zum Beruf und heuert bei einer Betriebsfeuerwehr in Wien an.

Als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Halbturn leitet Robert Stadler im Schnitt 15 bis 20 Einsätze im Jahr. In den letzten 23 Jahren sind somit schon gut 400 Einsätze zusammen gekommen. Dabei habe es auch dramatische Momente gegeben, offenbart der erfahrene Feuerwehrmann: „Leider war es auch schon der Fall, dass man bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückte Freunde oder Bekannte bergen musste. So etwas kommt jetzt zum Glück nicht mehr so oft vor“.

In den kommenden sechs Jahren will der frisch wiedergewählte Kommandant, mit seinem neuen Vize Rudolf Berger, zudem die Jugendarbeit forcieren – denn aktuell hat die Freiwillige Feuerwehr Halbturn keine aktive Jugendgruppe. Mit Blick in die Zukunft hofft Robert Stadler, dass die Kameradschaft bald auch wieder bei den Halbturner Feuerwehrfesten gepflegt werden kann.

Für die Gegenwart wünscht sich Robert Stadler vor allem, dass seine 80 Mitglieder starke Truppe gesund durch die Corona-Zeit kommt: „Ich wünsche mir, dass wir positiv in die Zukunft denken. Es wird schon wieder besser werden“, findet der Halbturner optimistische Schlussworte.