Haus St. Nikolaus in Neusiedl: Tagesbetreuung soll weiter möglich sein

Erstellt am 11. März 2022 | 06:02
Lesezeit: 3 Min
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Seit der Corona-Pandemie wird das Angebot der Tagesbetreuung nur mehr von vier Klientinnen und Klienten in Anspruch genommen.
Foto: Böhm-Ritter
Die Trägerorganisation Caritas dementiert das Aus der nicht-stationären Seniorenbetreuung. Man sei auf Lösungssuche.
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Die Corona-Pandemie stellt für Altenwohn- und Pflegeheime eine enorm große Herausforderung dar, gilt es doch, eine besonders vulnerable Gruppe zu schützen. Im Caritas Haus St. Nikolaus dürfte die Pandemie nun aber auch ein Loch im Budget hinterlassen haben. Wie weit das derzeitige Angebot aufrechterhalten werden kann, scheint momentan fraglich. Konkret geht es um die Senioren-Tagesbetreuung. Angehörigen von Klienten wurde mitgeteilt, dass diese Ende des Monats eingestellt werden soll.

„Ein herber Schlag“, wie Sabine Nyikos im Gespräch mit der BVZ sagt. Die Neusiedlerin ist derzeit auf der Suche nach einer alternativen Betreuung für ihre 81-jährige Mutter, die an Werktagen ganztägig die hervorragende Betreuung im Caritas-Haus genießt. „Meine Mutter wird hier von zwei Pflegerinnen betreut, die entzückend sind. Die beiden sind ein Lebensanker für sie. Die Tagesstätte ist ihr Lebensinhalt. Es gibt ein tolles Demenztraining, aber auch die Möglichkeit zum Friseur oder zur Fußpflege zu gehen“, beschreibt Nyikos. Die Aktivitäten würden der 81-Jährigen guttun. Ein körperlicher und geistiger Abbau während der Corona-Hochphase, als es nicht möglich war, die Tagesbetreuung zu besuchen, sei bei der Seniorin sofort merkbar gewesen. Seit der Corona-Krise wird das Angebot im Haus aber nur mehr von wenigen Klientinnen und Klienten genutzt. Zuletzt waren es nur mehr vier Personen, bis zu zehn könnten betreut werden. Die Angst vor Ansteckung ist zu groß.

Ein Ende der Tagesbetreuung will man in der Caritas Burgenland aber trotzdem nicht bestätigen: „Aufgrund der Corona-Pandemie ist es leider notwendig geworden, neue Wege in der Tagesbetreuung zu finden. Modelle dafür sind gerade zwischen Caritas und Land Burgenland Inhalt von Gesprächen“, heißt es auf BVZ-Anfrage.

Das Land Burgenland fördert bereits jetzt die Tagesbetreuung für ältere Menschen in Neusiedl am See „in großem Ausmaß“. „Diese Förderung bleibt selbstverständlich auch weiterhin aufrecht“, betont der zuständige Landesrat Leonhard Schneemann. Auch wenn weniger Personen als vor der Corona-Pandemie das Tagesangebot in Anspruch nehmen würden, solle die Versorgung auch künftig sichergestellt werden. „In enger Abstimmung mit Bürgermeisterin Böhm werden Gespräche mit dem Betreiber Caritas stattfinden, um die Versorgungsleistung für die Zukunft sicherzustellen“, beruhigt Schneemann.

Im Bereich der nicht-stationären Betreuung ist man im Land Burgenland ohnehin dabei, ein neues Modell zu erarbeiten. Das „Regionale Pflegestützpunktesystem“ soll bis 2024 mehr Effizienz und damit mehr Zeit für pflegbedürftige Personen mit sich bringen. Dabei wird das Burgenland in 28 Regionen mit jeweils einem Pflegestützpunkt und dazugehörigen Subregionen, die sich aus den umliegenden Gemeinden ergeben, unterteilt. Als erste Pilotregion ist Illmitz im Gespräch.

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