Bezirk Neusiedl: EU-geförderte Initiative hilft pflegenden Angehörigen

Erstellt am 26. April 2022 | 05:16
Lesezeit: 3 Min
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Zurndorfs Bürgermeister Werner Friedl freut sich, dass das Pflegeangebot der Region erweitert wird.
Foto: Gottfried
Land und Gemeinden setzen auf Beratung für Pflegende und Pflegebedürftige durch das EU-Pilotprojekt „Community Nurses“.
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Jedem, der in seinem Umfeld jemanden mit oder vielleicht selbst Pflegebedarf hatte, ist bewusst: Pflege ist eine körperliche und geistige Herausforderung. Vor allem, da man gar nicht weiß, was man eigentlich richtig oder falsch machen kann. Dabei ist jegliche Hilfe eine Entlastung und Ratschläge können in der richtigen Situation bereits einen großen Unterschied ausmachen.

Da in Österreich die Pflege in den eigenen vier Wänden und durch Angehörige üblich ist setzt man nun auf das internationale Pilotprojekt „Community Nurses“.

Die zu Deutsch „Gemeindekrankenpfleger“ sind ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, haben Berufserfahrung und kennen das regionale Angebot für Pflege und Betreuung.

Diese von der EU geförderten Fachkräfte sollen die zentrale Ansprechperson für Menschen mit aktuellem oder drohendem Pflegebedarf sowie deren Angehörige sein. Dabei bieten sie Beratung für alle möglichen, oft komplexen Fragen rund um das Thema Pflege. Sie informieren über Gesundheitsdienste in der Nähe, geben praktische Tipps und machen präventiv informative Hausbesuche.

Persönliche Gespräche und Aufklärung

Das Ziel der „Community Nurses“ ist es, dass Menschen möglichst lange zu Hause leben können.

Die Grundidee ist dabei Lebensqualität und Selbsthilfefähigkeit durch das Vermitteln von Kompetenzen zu stärken. Zusätzlich haben sie auch immer das regionale Pflegeangebot im Überblick.

Erste Projekte im Bezirk laufen bereits an

„Ich denke, dass die Pflege ein immer größeres Thema wird. Dementsprechend braucht es auch stetig mehr und vor allem menschliche Ideen in diesem Bereich“, meint Zurndorfs Bürgermeister Werner Friedl dazu.

Aufgrund von Auflagen muss eine gewisse Einwohnerzahl gegeben sein, um die EU-Förderung für eine Vollzeitpflegekraft erhalten zu können. Daher haben sich die Gemeinden Zurndorf, Nickelsdorf und Deutsch-Jahrndorf zu einem Sozialhilfeverband zusammengeschlossen. Somit steht ihnen eine Fördersumme in Höhe von 263.000 Euro für drei Jahre zu.

Damit wird eine Diplomkrankenschwester, die eigens für die drei Gemeinden bereitsteht, finanziert. Außerdem auch ein Fahrzeug, da die Pflegekraft über das Land Burgenland engagiert und von Eisenstadt aus agieren wird.

Eine weitere Gemeinde im Bezirk Neusiedl, die das Pilotprojekt „Community Nurses“ realisieren wird, ist Pama. „Wir ziehen mit Zurndorf an einem Strang. Coronabedingt mussten nur leider Gemeinderatssitzungen verschoben beziehungsweise abgesagt werden, weshalb es im Gemeinderat noch nicht endgültig thematisiert werden konnte. Ich bin aber zuversichtlich, dass dieses Sozialprojekt bei uns Anklang finden wird“, ergänzt Pamas Bürgermeister Manfred Bugnyar.

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