Grenzübergang Nickelsdorf: Stau baut sich erneut auf. Ausreisende nach Ungarn müssen auch am Samstag mit langen Wartezeiten rechnen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 21. März 2020 (10:29)

Am österreichisch-ungarischen Grenzübergang baut sich seit den Morgenstunden wieder Stau auf. Die Polizei Burgenland meldete um 8:30 per Twitter bereits 12 Kilometer Rückstau. Die Lage sei aber noch nicht beunruhigend und hätte bei weitem nicht die Dimension der vergangenen Tage, heißt es auf Anfrage der BVZ von Polizeisprecher Helmut Marban. Vergangenen Mittwoch hatte der Stau eine Länge von 60 Kilometer erreicht.

Die Einreise nach Ungarn ist momentan nur für ungarische Staatsbürger und Güterverkehr erlaubt. Beobachter meldeten der BVZ, die Lkw würden bereits auf die linke Fahrspur ausweichen und damit auch die Weiterfahrt für Pkw verzögern.

Fahrzeuge, die kein österreichisches oder ungarisches Kennzeichen haben, werden weiterhin auf die A6-Autobahnraststätte Potzneusiedl umgeleitet. Hier können die Durchreisenden auf die Öffnung des Grenzkorridors (Samstag, 21.00 Uhr bis Sonntag, 5.00 Uhr) warten. 

Serbische Staatsbürger dürfen allerdings weiterhin nicht in Ungarn einreisen, weil auch eine Weiterreise aufgrund geschlossener Grenzen in Serbien derzeit nicht möglich ist.

"Einige Serben sind in Nickelsdorf - auf der alten B 10 und am Nova Rock Gelände -, gestrandet", berichtet Bürgermeister Gerhard Zapfl. Er habe das Rote Kreuz gebeten, die Gestrandeten mit Getränken und Strudeln zu versorgen. Im Angesicht der Corona-Krise möchte der Ortschef verhindern, dass die Reisenden in den Ort kommen: "Schon gar nicht als Gruppen und ohne Abstand." Derzeit seien politische Verhandlungen auf höchster Ebene im Gange, damit die Serben in ihr Land einreisen dürfen, lässt Zapfl wissen.