Covid-Tests im Container: Ergebnisse in wenigen Stunden

In Podersdorf steht seit Dienstag ein mobiles Labor der „COVID Fighters“. Sie versprechen valide PCR-Tests im Schnellverfahren vor Ort.

Erstellt am 03. September 2020 | 05:58
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Covid Fighters Container
Flexibler Standort. Die Container entsprechen den notwendigen Anforderungen eines Labors, so befinden sich im sogenannten „Covitainer“ etwa mehrere Luftdruckgebiete.
Foto: Covid Fighters

Schnelle Corona-Tests können seit Dienstag in einem mobilen Labor in Podersdorf gemacht werden. Unweit vom Nordstrand entfernt – Am Bauhof 1 – werden Proben genommen und in einem Container vor Ort sofort auf das Virus getestet. Hinter dem Projekt steht ein Unternehmen mit dem Namen „COVID Fighters“, das seinen Sitz im niederösterreichischen Göstling an der Ybbs hat.

Der Container, auch „Covitainer“ genannt, in Podersdorf ist österreichweit der zweite seiner Art. Der Prototyp steht bereits seit einiger Zeit in Scheibbs, sechs weitere sind in der Produktion. „Wir bieten die schnellste valide Möglichkeit, mittels PCR-Test auf das Corona-Virus zu testen“, sagt Geschäftsführer Boris Fahrnberger im BVZ-Interview.

Der Standort in Podersdorf sei aus mehreren Überlegungen interessant, nämlich als Tourismusgemeinde sowie aufgrund seiner Grenznähe. Als Standort definiert wurde Podersdorf aber nicht von den „COVID Fighters“, sondern von der TU Wien und der MedUni Innsbruck, die in einem Projekt mit dem Unternehmen, der AGES und einigen Bundesländern, darunter auch das Burgenland, kooperieren. Dabei sollen auch Abwassermessungen gemacht werden. „Wir stellen uns dabei die Frage, wie man feststellen kann, ob es in einer Gegend Corona-Infizierte gibt“, erklärt Fahrnberger die Untersuchungen des Abwassers.

Ziel des mobilen Labors soll es aber sein, die persönliche und wirtschaftliche Freiheit der Menschen ein Stück weit wieder herzustellen. Lange Wartezeiten auf Testergebnisse in Quarantäne sollen vermieden werden. Die Testungen im „Covitainer“ gehen rasch und unbürokratisch, Ergebnisse folgen in nur wenigen Stunden, „auf jeden Fall aber am gleichen Tag“, so Fahrnberger. Personen, die sich testen lassen wollen, registrieren sich am besten auf der Website www.covidfighters.com, wo man über ein Terminbuchungs-Tool einen gewünschten Termin auswählen kann. Das soll lange Wartezeiten verhindern. Parkmöglichkeiten gibt es vor Ort. Die Probe wird im Freien entnommen. Möglich ist sowohl ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum als auch durch die neuere Gurgelmethode. Die Probe wird anschließend vor Ort untersucht und über ein elektronisches System fachärztlich befundet.

Laut Fahrnberger können momentan 60 Proben stündlich untersucht werden, wobei das System bei Bedarf auf bis zu 100 Proben in der Stunde hochgefahren werden könnte. Ein Test kostet 165 Euro.

Not macht erfinderisch

Die mobilen Labors der „COVID Fighters“ sind aus einem Zufall heraus entstanden. Hinter den „COVID Fighters“ steht nämlich ein IT-Start-Up-Unternehmen. Für ein Projekt hatte man Anfang des Jahres eine LKW-Ladung Computerserver angeschafft. Aufgrund des Lockdowns im März ist aus diesem Projekt aber nichts geworden. Aus den Überlegungen heraus, wie man die Server nun am besten einsetzen könnte, sind die mobilen Schnelltest-Stationen entstanden. Anfangs noch belächelt. „Laborexperten und Mediziner haben gemeint, das kann nicht funktionieren. Es war aber gar nicht so schlecht, dass wir nicht aus der Branche kommen und mit einem anderen Blick an das Projekt herangegangen sind“, beschreibt Fahrnberger die Anfänge. Die Weiterentwicklung des mobilen Labors hat sich aber gelohnt.