Neusiedl: Europa auf Besuch in der Schule. Kandidaten für die EU-Wahl diskutierten vor 450 Schülern über Europapolitik in Neusiedl am See.

Von Paul Haider. Erstellt am 17. April 2019 (04:15)
Paul Haider
Politisch interessiert. Die wahlberechtigten Schülerinnen und Schüler der Neusiedler und Frauenkirchener Handelsakademien und dem Pannoneum zeigten großes Interesse an EU-Themen und fühlten den Kandidaten mit kritischen Fragen auf den Zahn.

Bei der EU-Wahl am 26. Mai bewerben sich auch einige Burgenländer um ein Ticket nach Brüssel. SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und NEOS schicken Kandidaten aus dem Burgenland ins Rennen um das EU-Parlament.

Vertreter von allen fünf Parteien haben am vergangenen Donnerstag an einer Diskussion über Europa vor 450 Schülerinnen und Schülern – es handelte sich um alle Wahlberechtigten aus den Neusiedler und Frauenkirchener Handelsakademien sowie dem Pannoneum - in Neusiedl am See teilgenommen.

Am Podium stellten sich Christian Dax (Nummer 7 auf der SPÖ-Bundesliste), Rudolf Strommer (in Vertretung von ÖVP-Burgenland-Spitzenkandidat Christian Sagartz), Thomas Grandits (FPÖ), Mirjam Kayer (Grüne) und Eduard Posch (NEOS) den Fragen von BVZ Neusiedl-Leiterin Birgit Böhm-Ritter, die durch die Diskussion führte. Themen wie Klimaschutz, Jugendförderung und Bildung wurden dabei ebenso behandelt wie, anlassbezogen, Brexit, Grenzkontrollen und Datenschutz im Internet.

Paul Haider
Angeregte Debatte. Eduard Posch (NEOS), Rudolf Strommer (ÖVP), Thomas Grandits (FPÖ), Mirjam Kayer (Grüne) und Christian Dax (SPÖ) stellten sich den Fragen von BVZ Neusiedl-Leiterin Birgit Böhm Ritter, im Bild neben Gastgeberin Beata Sämann-Takacs, der Direktorin der Akademie der Wirtschaft Neusiedl am See. Foto: Haider

Wie die EU-Gesetzgebung das Leben im Burgenland direkt beeinflusst, zog sich als roter Faden durch die Debatte. SPÖ- Kandidat Christian Dax verwies in Zusammenhang damit auf die Zeit des Burgenlandes als Ziel 1 Gebiet, und dass es wohl keine burgenländische Gemeinde gebe, die in den letzten 23 Jahren nicht von irgendeinem EU-Projekt profitiert habe.

ÖVP-Vertreter Rudolf Strommer betonte die Wichtigkeit der Reisefreiheit und Bildungsmöglichkeiten innerhalb der EU.

Mirjam Kayer (Grüne) sprach sich, ebenso wie NEOS-Kandidat Eduard Posch, für ein engeres Zusammenrücken der EU-Staaten aus. Von Posch gab es auch ein klares Bekenntnis zu den „Vereinigten Staaten von Europa“.

Auch Thomas Grandits (FPÖ) argumentierte pro-europäisch: Der „Öxit“ sei für die FPÖ kein Thema, andererseits sei seine Partei klar gegen die „Vereinigten Staaten von Europa“. Weiters kritisierte Grandits, dass das Burgenland mittlerweile mehr Geld in die EU einzahle als es an Fördermitteln erhalte. „Wir haben finanziell nicht von der EU profitiert“, lautete der Befund des FP-Kandidaten. Dafür erntete er Kritik von den anderen Diskutanten und auch von mehreren Schülern.

Was der Jugend unter den Nägeln brennt 

 Im Anschluss an den moderierten Teil der Diskussion sind auch die Schüler zu Wort gekommen. Hier hat sich gezeigt, dass sich die Jugend im Bezirk für verschiedenste Aspekte der Europapolitik interessiert.

Einige Beispiele der Schülerfragen: „Warum wird zugunsten des Klimaschutzes nicht die Rinderhaltung in der EU eingeschränkt?“, „Würden Sie für oder gegen den Artikel 13 stimmen?“ oder „Warum wird minderwertiges Hühnerfleisch aus der Ukraine bezogen?“.

Auf die kritischen Fragen der Jugendlichen folgten angeregte Debatten, weshalb die ursprünglich für 90 Minuten angesetzte Diskussion in die Verlängerung ging: Fast zweieinhalb Stunden lang wurde im HAK-Turnsaal über Europa diskutiert.