Biber nagen wieder

Der Revierkampf zwischen Mensch und Nagetier geht in die nächste Runde. In Deutsch Jahrndorf will man nicht hilflos zusehen.

Bettina Deutsch Erstellt am 16. Dezember 2016 | 05:00
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Abgeholzt. Bürgermeister Gerhard Bachmann an der, von Bibern besiedelten, Stelle an der Kleinen Leitha unweit der Ortsgrenze.
Foto: Deutsch

Dass sich der Biber in den heimischen Gefilden niedergelassen und seither für Aufruhr vor allem in der Land- und Forstwirtschaft sorgt, ist längst bekannt (die BVZ berichtete). Trotz „Bibermanagement“ fühlt man sich in der Gemeinde Deutsch Jahrndorf mit dem „Problem“ an der Kleinen Leitha derzeit im Stich gelassen.

"Können nichts dagegen tun"

Einst ausgesetzte Biber haben den „Wiesgraben“ unweit der Ortsgrenze als Revier auserkoren. Ihre Anwesenheit sowie ihr unkontrollierbares Verhalten sorgen nicht nur für beträchtliche Schäden, die Nager dringen auch in den Lebensraum heimischer Tierarten ein und gefährden ihre Bestände. „Wir beobachten das rege Treiben am Gewässer schon seit geraumer Zeit mit großer Besorgnis und können nichts dagegen tun“ berichtet Bürgermeister Gerhard Bachmann.

Stämme für Dammbau

Die Gemeinde ist um die kontinuierliche Pflege des Flussgebietes stets bemüht, in letzter Zeit wurde jedoch wieder vermehrt die nagetiertypische Abholzung der vorhandenen Bäume wahrgenommen. Die Tiere benötigen die Stämme für den Dammbau und benagen diese bis zur Fällung des Baumes, was zur Staubildung im Gewässer führt und der Mensch zum Eingreifen gezwungen wird. Zudem wird die Ausrottung diverser Fischarten in besagtem Fluss befürchtet.

„Wir sind eine tierreiche und -freundliche Gemeinde, aber das Nagerproblem muss schnellstmöglichst kontrolliert gelöst werden. Das Bibermanagement hilft uns da nicht wirklich weiter“ gibt sich Bachmann besorgt.