Station in Frauenkirchen sucht Arzt. Behandlungsplätze werden nachgefragt. Kein Interesse aber an der offenen Medizinerstelle.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 13. Oktober 2016 (03:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Dialyse Frauenkirchen
Gernot Paul, ärztlicher Leiter: „Mediziner wollen nicht nach Frauenkirchen pendeln.“
BBR

Über 3.100 Blutwäschen werden jährlich im Dialysezentrum durchgeführt. Es könnten bei Weitem mehr sein. Die Station in Frauenkirchen ist aber ausgelastet. Neue Patienten können derzeit keine aufgenommen werden, obwohl der Bedarf gegeben ist. Dabei würde es die Infrastruktur, in der im April 2015 eröffneten Einrichtung durchaus zulassen. Für eine Erweiterung der Öffnungszeiten wird allerdings zusätzliches Personal gebraucht. Die Suche danach gestaltet sich schwierig.

"Würden Öffnungszeiten gerne erweitern"

Die chronisch Kranken bekommen drei Mal wöchentlich - montags, mittwochs und freitags - eine Blutwäsche, die zwischen dreieinhalb und fünfeinhalb Stunden dauert. Jeweils zehn Patienten werden vormittags und nachmittags betreut. Der ärztliche Leiter Dr. Gernot Paul ist nun auf der Suche nach einer Kollegin oder einem Kollegen mit Dialyseerfahrung.

„Wir würden die Öffnungszeiten gerne erweitern, um Patienten auch dienstags, donnerstags und samstags behandeln zu können“, erklärt er. Seit fast drei Monaten ist die Stelle nun in den Ärztekammern Burgenland, Wien und Niederösterreich ausgeschrieben. Interessenten haben sich noch nicht gemeldet.

Anfahrtsweg als Problem

Dass es so schwierig ist, Kollegen zu finden, hätte Paul nicht geglaubt. Eine Erklärung hat er aber doch: „Die Mediziner wollen direkt neben dem Wohnort arbeiten. Den längeren Anfahrtsweg etwa aus Wien wollen sich die meisten nicht antun.“ Er selbst gehört wohl zu den Ausnahmen, er pendelt drei mal wöchentlich 70 Kilometer nach Frauenkirchen. Auch die meisten seiner Mitarbeiter kommen nicht direkt aus dem nahen Einzugsgebiet.

Die Patienten aber sehr wohl. „Alle kommen aus dem Seewinkel und ersparen sich seit der Eröffnung lange Wege zu anderen Dialysestationen. Bis auf einen Patienten, der sogar den längeren Weg nach Frauenkirchen auf sich nimmt, weil es ihm bei uns so gut gefällt“, erläutert Paul.

Behandlungsplätze in Frauenkirchen werden jedenfalls nachgefragt. „Externe“ Patienten, die etwa ihre Ferien in der Region verbringen oder Therapien in den Rehabilitationszentren Kittsee oder St. Andrä machen, können kaum mehr behandelt werden. „Im Sommer konnten wir schon nicht mehr alle Ferienwünsche abdecken“, gibt Paul zu bedenken.