„Back to Live“-Award geht an Neusiedlerin

Die Neusiedlerin Nurtenka Aliti pflegt ihren schwer verunfallten Sohn Patrick. Die AUVA zeichnete sie nun aus.

Erstellt am 17. Dezember 2020 | 03:45
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Unterstützung bekommt Nurtenka Aliti von ihrem jüngeren Sohn Elvis (21 Jahre) und von Tante Niki, die zwei Mal in der Woche zu Besuch kommt.
Foto: AUVA, Jacqueline Godany

Patrick Aliti hatte im Alter von 21 Jahren einen tragischen Arbeitsunfall, der nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Familie für immer veränderte. Seine Mutter Nurtenka, die ihn pflegt, wird dieses Jahr mit dem AUVA-„Back to Life“-Award für das Burgenland ausgezeichnet.

„Pflegende Angehörige vollbringen – abseits der öffentlichen Wahrnehmung – täglich körperliche und psychische Höchstleistungen. Ich freue mich, mit Nurtenka Aliti eine Mutter vor den Vorhang zu holen, die ihrem schwer verunfallten Sohn mit ihrer Pflege durchs Leben hilft“, bedankt sich Reinhard Minixhofer, Direktor der AUVA-Landesstelle Wien, in einer persönlichen Grußbotschaft bei der Preisträgerin aus Neusiedl am See.

Der 26. Juli 2017 hätte ein Arbeitstag wie jeder andere werden sollen. Der 21-jährige Patrick Aliti war auf einer Baustelle mit Spenglerarbeiten auf dem Dach beschäftigt, als er durch eine Welllichtplatte brach und sieben Meter in die Tiefe stürzte. Umgehend wurden Rettung, Notarzt und Feuerwehr alarmiert.

Da die Baustelle in der Nähe des damaligen Arbeitsplatzes von Frau Aliti war, bemerkte sie den Rettungseinsatz. Später an diesem Tag wurde sie von ihrer Chefin ins Büro geholt, die Polizei war am Telefon: „Sind sie die Mutter von Patrick? Wenn Sie Ihren Sohn noch lebend sehen möchten, müssen sie sofort ins Krankenhaus kommen!“ Nurtenka Aliti wurde ohnmächtig. Patrick überlebte, doch sein Leidensweg begann erst. Der junge Mann musste 29 Operationen über sich ergehen lassen – mit vielen Komplikationen. „Eine schlechte Nachricht jagte die nächste. Die Ungewissheit über Monate war unerträglich“, erinnert sich die Mutter.

Mit Unterstützung der AUVA zurück ins Leben

Nach 15 Monaten im Krankenhaus folgte ein weiteres Jahr im Rehabilitationszentrum der Allgemeinden Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in Meidling. Die AUVA sieht eine ganzheitliche, langfristige und bedarfsorientierte Betreuung von Schwerversehrten wie Patrick Aliti vor. Die Entlastung und Unterstützung der Angehörigen spielt dabei eine zentrale Rolle: Ein speziell ausgebildeter AUVA-Rehabilitations- und Sozialberater besucht die Familie regelmäßig und hilft bei der Lösung gesundheitlicher, familiärer und sozialer Probleme, die so ein Schicksalsschlag unweigerlich nach sich zieht.

„Patricks Leben zieht Kosten nach sich, die ich mir allein nicht leisten könnte. Die Unterstützung durch die AUVA gibt mir Rückhalt und die Kraft weiterzumachen“, bedankt sich Nurtenka Aliti. Da der Spagat zwischen den beruflichen Pflichten und privaten Herausforderungen zu groß wurde, musste die alleinerziehende Mutter ihren Job aufgeben. Als Patrick nach Hause kam, verbesserte sich sein Zustand. Die ersten drei Monate hat Frau Aliti die Pflege allein übernommen. Mittlerweile bekommt sie Unterstützung von einer 24-Stunden-Betreuerin, mit der sie sich die Aufgaben teilt. Ernährungssonde und Beatmungskanüle müssen etwa regelmäßig gewechselt werden. Es gibt viele anstrengende Nächte, manchmal muss Nurtenka mehr als zehn Mal aufstehen.

Mit Unterstützung der AUVA wurde ein Treppenlift und ein Rollstuhl finanziert. So kommt Patrick aus seinem Zimmer auch mal heraus. Manchmal tanzen sie auch mit dem Rollstuhl, das hat Patrick früher sehr gerne gemacht. „Patrick war lebensfroh und hat immer irgendeinen Schmäh mit nach Hause gebracht. Er hat mich auch immer zum Tanzen aufgefordert: ‚Tanzen mit Mama‘, das war unser Ritual“, erzählt seine Mutter.