Bezirk Neusiedl: Top-Manager löste Cobra-Einsatz aus

Erstellt am 25. August 2022 | 05:51
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Symbolbild Prozess Gericht Gerichtsprozess
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54-jähriger Großverdiener bedrohte Ehefrau mit Schreckschusspistole: „Jetzt ist Krieg!“
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Als „CEO“ eines Unternehmens verdient der Angeklagte 15.000 Euro monatlich. Gemeinsam mit seiner Frau, die die Scheidung eingereicht hat, gehören ihm ein Haus im Bezirk Neusiedl, zwei Grundstücke und jetzt auch eine Wohnung in Wien in exklusiver Lage, die er nach dem Eklat am 15. Juli bezogen hat.

Vorige Woche musste sich der Top-Manager vor Gericht verantworten, weil er mit einem Schreckschussrevolver der Marke „Smith & Wesson“ auf seine Frau gezielt und gedroht hatte: „Jetzt reicht es, jetzt ist Krieg.“

„War Ihre Ehe nicht mehr gut?“, fragte Richterin Doris Halper-Praunias. „Die Ehe war sehr zerrüttet“, sagte der Angeklagte. Zwei „Hauptstreitpunkte“ habe es gegeben: Seine Frau sei „unangekündigt“ auf Urlaub gefahren. „Ich musste mich um den Hund kümmern und Termine verschieben“, so der Angeklagte, der darauf hinwies, dass er sich „vom Lehrling zum CEO“ hochgearbeitet hatte.

Zweitens habe seine Frau hohe Geldbeträge vom Familienkonto behoben.

Am Samstag, 15. Juli, sei seine Frau überraschend von einem ihrer Urlaube zurückgekehrt. Es gab Streit, wütend verließ der Manager das Haus und begab sich zum Sportplatz, wo ein Fußballmatch stattfand.

Als seine Frau ihm per Handy-Nachricht mitteilte, dass sie einen für den nächsten Tag von ihrem Mann eingeladenen Freund wieder ausgeladen und überdies innerhalb kurzer Zeit dreimal 2000 Euro vom Konto behoben hätte, habe er „vom Gesellschafts- auf den Frustmodus“ geschalten und „sich drei, vier Achteln gegeben, weil ich so frustriert war“. Dann sei noch eine Flasche Wein geholt worden – später maß die Polizei bei dem Manager 2,18 Promille.

„Wie fühlten Sie sich?“, fragte Richterin Doris Halper-Praunias. „Missbraucht“, antwortete der Angeklagte. „In Bezug auf den Alkohol!“, präzisierte die Richterin. „Berauscht“, antwortete der Angeklagte. Mit dem Taxi sei er heimgefahren. Seiner Frau habe er vorab eine Botschaft geschickt: „Ab morgen gibt es Krieg.“

Angeklagter: „Ich war nur mehr eine Bankomatkarte“

„Ich war nur mehr eine Bankomatkarte“, erklärte er vor Gericht. Seine Frau sei noch wach gewesen. „Sie filmte, schrie hysterisch“, berichtete der Angeklagte.

„Warum? Sie müssen etwas gemacht haben?“, wunderte sich die Richterin.

„Ich legte die Uhr in den Tresor und nahm die Schreckschusspistole heraus“, gab der Top-Manager zu. Er habe dann mit der Waffe „herumgefuchtelt“, diese aber nicht auf seine Frau gerichtet. „Er hatte die Pistole in der Hand, richtete sie auf mich und sagte: Jetzt reicht es, es ist Krieg!“, hatte die Frau bei der Polizei angegeben.

„Ja. Ich würde es so gerne ändern“, gab der Angeklagte zu.

Die Frau suchte Zuflucht bei einem Nachbarn und verständigte die Polizei. „Mann bedroht Frau mit Waffe“, lautete die Einsatzmeldung. „Wir rückten mit Sturmgewehr, Helm und schwerer Schutzweste aus“, berichtete einer der einschreitenden Beamten vor Gericht. Die „Schnelle Interventionsgruppe“ aus Mattersburg wurde angefordert und das Einsatzkommando Cobra verständigt. „Wir konnten den Angeklagten durchs Fenster im Wohnzimmer wahrnehmen“, schilderte der Polizist.

Da begann sich der Manager plötzlich durchs Haus zu bewegen. „Er öffnete die Tür. Wir schrien ihn an, er soll die Hände heben. Das machte er nicht gleich, sondern ging weiter. Dann erhob er die Hände.“ Gemeinsam mit einem zweiten Polizisten habe er den Mann zu Boden gebracht.

Der Top-Manager wurde wegen gefährlicher Drohung zu fünf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An seine Gattin muss er 990 Euro Schmerzensgeld bezahlen.

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