Rettungsring für das Neusiedler Hallenbad

„Sanierung muss endlich in Gang kommen.“Positive Signale für Unterstützung kommen vom Land Burgenland.

Erstellt am 04. März 2021 | 04:50
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Aktionismus. Ein Rettungsreifen mit Trauerschleife symbolisiert die traurige Stimmung unter den Schwimmbegeisterten, aber auch die Hoffnung auf eine rasche Lösung, um mit der Sanierung des Bades starten zu können.
Foto: Ritter

Vor genau einem Jahr, am 4. März, informierte Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) in einer spontan einberufenen Pressekonferenz überraschend die Öffentlichkeit über die Schließung des Hallenbades. Gutachten zwangen die Stadtchefin zu diesem Schritt. Aufgrund schwerer baulicher Mängel und Abnützungserscheinungen sprach man sogar von Einsturzgefahr.

Sämtliche Vereine, Hobbysportler und Saunafans verloren von einem Tag auf den anderen ihre wertvolle Sport- und Freizeitstätte. Die Initiative „Rettet das Hallenbad“ machte nun mit einem symbolischen Akt auf diesen traurigen Jahrestag aufmerksam: Ein Rettungsreifen mit einer Trauerschleife wurde vor dem Hallenbad niedergelegt.

„Kurz nach der Schließung wurde uns zugesagt, dass eine seit Längerem notwendige Sanierung des Hallenbades jetzt ‚noch rascher‘ umsetzbar sei. Es war sogar von einem Zeithorizont von drei Jahren die Rede. Bis dato konnten wir von einer ‚raschen‘ Sanierung keinerlei Handlungen bemerken“, erklärt Robert Lang, Mitbegründer der Initiative und Obmann des Lauf und Triatlon Club (LTC) Seewinkel. Er weist allerdings darauf hin, dass jüngste Entwicklungen Anlass zur Hoffnung geben. Es gebe Signale, dass der Standort Neusiedl am See durch eine umfangreiche Sanierung und eventuell einen Ausbau unter der Führung des Landes Burgenland abgesichert werden kann. „Leider gibt es dazu aber keinerlei Zeitplan oder Zeithorizont“, so Lang, „wir pochen aber darauf, dass hier wirklich aufs Tempo gedrückt wird und wir in den nächsten Jahren nicht noch immer im Trockenen stehen.“

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Die Bürgerinitiative „Rettet das Hallenbad Neusiedl am See“ machte darauf aufmerksam, dass das Hallenbad nun schon seit einem Jahr geschlossen ist.
Ritter

Die von Lang angesprochenen Signale kommen direkt von Sportlandesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Auf Anfrage der BVZ erklärt er die Schritte, die nun in Richtung einer Sanierung gegangen werden sollen: „Nach Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtshofs im Dezember hat das Land die Landesimmobiliengesellschaft (LIB) beauftragt, die Projektunterlagen und die Kosten für eine Sanierung zu aktualisieren. Derzeit laufen intensive Gespräche zwischen Gemeinde, Land, Bund und auch dem Bundesdenkmalamt über die weiteren Schritte. Dabei werden verschiedene Varianten für die Fortführung des Hallenbads geprüft.“

In die Umsetzungsphase sollen laut Dorner auch der Burgenländische Schwimmverband und der Burgenländische Triathlonverband miteingebunden werden. Ziel sei es, in den nächsten Wochen eine Lösung zu präsentieren. Basis für das zukünftige Hallenbad-Betreiberkonzept soll die „Burgenländische Sportstrategie“ sein, die bis Sommer 2021 beschlossen wird.

Der Weg zu einer Sanierung geht aber nicht nur den Sportlern der Region zu langsam, sondern auch der Neusiedler ÖVP. „In den letzten Jahren haben sich alle Parteien im Gemeinderat für den Erhalt des Hallenbades in Neusiedl am See ausgesprochen. Bund, Land und Gemeinden signalisierten ihre finanzielle Unterstützung – nur passiert ist nichts!“, kritisiert Vizebürgermeister Thomas Halbritter. „Das Land arbeitet an einer Lösung, um so bald wie möglich mit der Sanierung beginnen zu können“, beschwichtigte Stadtrat Heinz Zitz in der Gemeinderatssitzung. Er ist sowohl als Beiratsvorsitzender der Freizeitbetriebe als auch als Bildungsdirektor an der Lösungsfindung beteiligt, denn der Schwimmunterricht ist Teil des Lehrplans.