Neusiedl am See: Anrainer fürchten Hangrutsch

Erstellt am 24. März 2022 | 06:00
Lesezeit: 3 Min
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Anrainer im Gebiet Sauerbrunnberg befürchten, dass ihre Häuser ins Rutschen kommen, sollte der bewachsene Hang bebaut werden.
Foto: BBR
Wirbel um geplante Änderungen im Flächenwidmungsplan im Gebiet Sauerbrunnberg.
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Anrainer des Gebietes Sauerbrunnberg befürchten eine Gefährdung ihrer Häuser. Im Rahmen einer geplanten Änderung des Flächenwidmungsplanes sollen etwa einige Parzellen in Hanglage von Grünland in Bauland umgewidmet werden. Brisantes Detail: Teile des Gebiets waren bereits einmal Aufschließungsgebiet, wurden aber 2017 von Alt-Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) wieder in Grünland zurückgewidmet. Wegen Rutschgefahr. „Vor rund drei Jahrzehnten ist dort schon einmal ein Haus ins Rutschen gekommen“, erzählt er. Das Haus musste damals abgetragen werden, die Gemeinde bekam eine Teilschuld zugesprochen, weil sie für diesen gefährdeten Bereich eine Baugenehmigung erteilt hatte.

Ein ähnliches Szenario fürchten nun Anrainer, die ihre Häuser über dem besagten Hang gebaut haben. In einer Erinnerung zum Entwurf des Flächenwidmungsplanes, welche der BVZ vorliegt, beeinspruchen sie die geplante Änderung vehement: „Wir sehen eine Gefährdung unserer Häuser, mit neuerlichen Hangrutschungen aufgrund schwerer Bautätigkeit“, heißt es. Außerdem kritisieren sie, dass es keine offizielle Verständigung der Eigentümer beziehungsweise Anrainer durch die Stadtgemeinde gegeben habe. Sie seien von der ÖVP informiert worden.

Für ÖVP-Vizebürgermeister Thomas Halbritter ist der Hang aufgrund seiner Geschichte für eine Bebauung ungeeignet. Es handle sich um die ehemaligen Abbauflächen der Ziegelfabrik und um zugeschüttete Teiche. Halbritter würde dort lieber einen großen Park mit einem Abenteuerspielplatz sehen, - statt eine weitere Versiegelung von Grünraum.

„Der Bevölkerung hier einen Spielplatz oder ein Erholungsgebiet zu versprechen, ist vonseiten der ÖVP unseriös und vermischt Tatsachen, die nichts miteinander zu tun haben“, entgegnet Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ), denn: „Die Stadtgemeinde Neusiedl am See ist nicht Eigentümerin der Grundstücke am Sauerbrunnberg.“

Teilbereiche des genannten Gebietes seien seit vielen Jahren als Aufschließungsgebiet-Wohngebiet gewidmet, erklärt die Stadtchefin. Der andere Bereich sei 2017 rechtskräftig, jedoch ohne den Eigentümer zu informieren, von Bauland in landwirtschaftlich genutzte Grünfläche rückgewidmet worden. „Der Eigentümer hat fristgerecht einen Antrag im Sommer 2018 auf Rückwidmung eines Teilstückes in Bauland gestellt, welcher von Seiten der Gemeinde zu behandeln ist“, betont Böhm. Das passiert nun im Zuge der laufenden 11. Änderung des Flächenwidmungsplanes, der rund 50 Änderungsfälle beinhaltet. Derzeit läuft noch ein Prüfungsverfahren zu diesem Antrag beim Amt der Burgenländischen Landesregierung. „Auch Bodengutachten werden durchgeführt“, beruhigt Böhm. Erst dann werde man entscheiden, ob eine Umwidmung überhaupt möglich sei.

Die geplanten Änderungen des Flächenwidmungsplanes sind seit Februar im Rathaus einzusehen. Einsprüche, also Erinnerungen, können bis 25. März eingebracht werden.

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