Baustopp im Joiser Ortsgebiet. Der Joiser Gemeinderat erlässt einen zweijährigen Baustopp für das gesamte Gemeindegebiet.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 16. Juli 2020 (05:11)
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Viele Gemeinden im nördlichen Burgenland verzeichnen enorme Zuwachsraten bei der Einwohnerzahl. So steht auch die Marktgemeinde Jois vor der Herausforderung, dem rasanten Wachstum gerecht zu werden.

Zuletzt kam es in Jois zu einem vermehrten Anstieg von Anfragen etwaiger Investoren mit überdimensionalen Wohnprojekten. Jetzt hat der Gemeinderat, gemeinsam mit den Stimmen aller Fraktionen (ÖVP, SPÖ und GFJ), einen Baustopp für das gesamte Ortsgebiet erlassen. Drei kleine Teilbereiche sind davon ausgenommen.

„Die Infrastruktur unserer Weinbaugemeinde darf nicht überlastet werden.  Mir ist aber wichtig zu betonen: Jeder, der etwas bauen möchte, kann jederzeit zu uns kommen.“Bürgermeister Hannes Steurer

Nur mehr ein bedarfsgerechtes Wachstum im Sinne der Joiser Bevölkerung werde künftig zugelassen: „Der Baustopp gilt für die nächsten zwei Jahre, in diesem Zeitraum wird an einem neuen Ortsentwicklungskonzept mit ebenso neuen Baurichtlinien gearbeitet. Es soll nun genau definiert werden, wie groß ein Hausplatz sein darf und wie viele Wohneinheiten pro Hausplatz errichtet werden dürfen“, erklärt Bürgermeister Hannes Steurer.

Er habe sich zum Ziel gesetzt, das rasante Bevölkerungswachstum einzubremsen und für eine nachhaltigere sowie „gesündere“ Dorfentwicklung zu sorgen: „Aufgrund der zunehmenden Nachfrage sind die Quadratmeterpreise zuletzt enorm in die Höhe geschossen. Diese Entwicklung hat sich durch Spekulanten verschärft.“

Zuletzt wollten Investoren etwa mitten im Ortszentrum einen dreistöckigen Wohnblock mit 17 Wohneinheiten errichten, in einer bereits überlasteten Straße.

„Die Infrastruktur unserer Weinbaugemeinde darf nicht überlastet werden. Priorität hat derzeit die Nachrüstung der örtlichen Grundeinrichtungen, wozu insbesondere der Kindergartenzubau zählt. Mir ist aber wichtig zu betonen: Jeder, der etwas bauen möchte, seien es Einfamilienhäuser oder andere Zubauten, kann jederzeit zu uns in die Gemeinde kommen. Das alles ist kein Problem. Bedarfsgerechte Bauvorhaben werden zugelassen“, hebt der Ortschef hervor. Sämtliche Bauvorhaben werden künftig im Vorhinein geprüft und müssen danach vom Gemeinderat freigegeben werden.

Vizebürgermeister Alfred Dobler (SPÖ) ergänzt: „Der Grundgedanke ist richtig, trotzdem wollten wir zwei für uns wichtige Punkte im Beschluss verankert haben: Eine klare Zieldefinition muss folgen und die Kosten für den Sachverständigen übernimmt die Gemeinde und nicht der Bauwerber.“