Werner „Lody“ Locsmandy, der Storchenvater aus Andau

Erstellt am 28. April 2019 | 07:07
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der Storchenvater aus Andau Werner Locsmandy
Tierfreund. Beim Frühjahrsputz fand Werner Locsmandy ein vergessenes Storchenei. Foto: Deutsch
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Werner Locsmandy ist als Storchenliebhaber nicht nur in seiner Heimatgemeinde Andau bekannt. Die BVZ bat zum Gespräch.
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Die Tage werden wärmer und nach und nach trudeln sie wieder aus ihrem Winterrevier in südlichen Gefilden ein: die Störche. Sie prägen das Dorfbild des Burgenlandes seit jeher und sind gern gesehene, tierische Bewohner. Einer, der sich seit mittlerweile zehn Jahren intensiv mit den gefiederten Gesellen beschäftigt, ist Werner Locsmandy aus Andau. Als Storchenvater ist er deshalb allerorts bekannt.

Engagement - „Lody“, der Storchenvater aus Andau Werner Locsmandy
Foto: Deutsch

„Die Natur hat es mir schon immer angetan und eines Tages habe ich angefangen, mich dem Leben der Weißstörche zu widmen. Ich habe einige Bücher darüber gelesen und im Zuge dessen die Idee geboren, ein haus- und hofeigenes Storchennest zu errichten“, erzählt er im Gespräch mit der BVZ.

Gesagt, getan. Und so wurde kurzerhand ein elf Meter hoher alter Lichtmast mittels tatkräftiger Unterstützung im Garten des Andauers platziert, „der hält viel aus, immerhin soll das Nest auf sicherem Terrain platziert sein“, berichtet Locsmandy. In Eigenregie und vor allem Handarbeit fertigte der gelernte Schmied ein Eisennest als tragende Struktur, flocht Reben und Moos ein und ließ den Dingen seinen Lauf.

Jungstorch hat sich ins fertige Nest gesetzt

Das Ergebnis blieb nicht lange unbemerkt, kaum dass das Nest fertiggestellt war, zog ein Jungstorch vor Ort seine Kreise. „Plötzlich hat der Hund angefangen zu bellen, also bin in den Garten raus und da saß er, der erste Storch in meinem selbst gemachten Nest“, blickt der Storchenvater schmunzelnd und stolz zurück. Geblieben ist er allerdings nicht von Anfang an, zog eher sporadisch seine Kreise, machte Rast und flog weiter.

Engagement - „Lody“, der Storchenvater aus Andau Werner Locsmandy
Tierfreund. Beim Frühjahrsputz fand Werner Locsmandy ein vergessenes Storchenei. Foto: Deutsch
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Erst zwei Jahre später, im Jahr 2011, folgte die überraschende Wende. „Plötzlich saßen zwei Störche im Nest und sie sind geblieben“, freut sich Werner Locsmandy. Jahr für Jahr kehren sie seither wieder ins frisch gemachte Revier zurück.

Im März wird das im Durchmesser rund 1,30 Meter breite Nest traditionell für das bevorstehende Storchenjahr sauber gemacht, wenige Tage später landet das erste Exemplar, unmittelbar danach das zweite. Werner Locsmandy kennt seine tierischen Bewohner mittlerweile sehr gut, immerhin führt er seit Beginn an präzise Aufzeichnung darüber. „Auffallend ist, dass die Störche immer früher wieder zurückkehren, aber auch im Spätsommer mittlerweile früher aufbrechen. Zwei Wochen Unterschied sind keine Seltenheit mehr“, offenbart „Lody“, wie der Storchenvater seit seiner Kindheit auch genannt wird.

Nachwuchs wird bis zum Mai erwartet

Und da sie Jahr für Jahr zu ihm zurückkehren, hat er ihnen auch traditionsgemäß Namen gegeben. Als Elvis und Tina – in Anlehnung an Elvis Presley und Tina Turner (Werner Locsmandys zweite Leidenschaft ist die Musik) - ist das Andauer Storchenpaar seither bekannt.

Seit dem 17. März weilen die beiden (Wahl-)Andauer wieder im Garten von Werner Locsmandy, nun wird gespannt auf den Nachwuchs gewartet. „Vier bis fünf Jungstörche waren es durchschnittlich in den vergangenen Jahren, aber die Natur hält immer wieder Überraschungen für uns bereit“, fügt „Lody“ noch abschließend hinzu.

Bis es jedoch soweit ist, erfreut man sich in Andau über das Klappern von Elvis und seiner Tina.

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