Soll Parndorf noch weiter wachsen?. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der künftigen Entwicklung der florierenden Gemeinde.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 17. Juli 2021 (06:17)
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Parndorf wächst weiter. Nun muss die Gemeinde entscheiden, wo Grenzen gezogen werden sollen.
BVZ

Die Ortschaft im Nordburgenland ist eine der schnellstwachsenden Gemeinden Österreichs. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Bevölkerungszahl in Parndorf verdreifacht und liegt nun bei 5100 Einwohnern. Das rasante Wachstum stellt die Gemeinde immer wieder vor infrastrukturelle Herausforderungen und wirft unweigerlich die Frage auf, wohin sich die Gemeinde künftig entwickeln soll. Im Rahmen eines örtlichen Entwicklungskonzeptes soll genau dieser Frage nachgegangen werden. Erarbeitet wird dieses von einer Arbeitsgruppe, die sich in der vergangenen Gemeinderatssitzung aus Bauausschuss und je einem Mitglied der Gemeinderatsfraktionen gegründet hat und von Gemeindevorstand Wolfgang Daniel (LIPA) geleitet wird.

Betriebsansiedelungen und Wohnen

Für Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) ist klar, dass das Bevölkerungswachstum in Parndorf in den nächsten fünf bis acht Jahren im gleichen Tempo wie in den vergangenen drei Jahrzehnten weitergehen wird. Das ergebe sich aus den Flächen, die bereits für Wohnen gewidmet und in der Hand von Privatpersonen oder Genossenschaften sind. Kovacs rechnet mit 6500 Einwohnern.

Was passiert aber danach, soll Parndorf weiterwachsen? Der Gemeinderat müsse letztlich entscheiden, ob und wo eine Grenze gezogen werden soll, erklärt Kovacs gegenüber der BVZ. Das Interesse nach Wohnraum ist in der Gemeinde jedenfalls weiterhin ungebrochen hoch. Anfragen von Genossenschaften Grundstücke oder Umwidmungen betreffend sind an der Tagesordnung. „Was die Gemeinde umwidmet, kann auch verkauft werden“, sagt Kovacs, „da gibt es momentan keine Grenzen.“

Dass Parndorf ein Magnet für Zuzügler ist, liegt an seiner verkehrsstrategisch günstigen Lage zur Bundeshauptstadt, aber auch an der großen Anzahl von Betrieben im Ort, die Arbeitsplätze bieten.

Wie weit weitere Betriebsansiedelungen künftig forciert oder zugelassen werden, wird eine weitere Frage sein, mit der sich die Arbeitsgruppe beschäftigen muss.

Permanente Anfrage von Projektentwicklern

Die Gemeinde ist mit permanenten Anfragen von Projektbetreibern konfrontiert. Allein die Nähe zum Designer Outlet Center scheint offenbar ein Garant für eine positive Betriebsentwicklung zu sein. Derzeit ist die Bereitschaft für weitere Widmungen für Betriebsansiedelungen in der Gemeinde allerdings gering. Einzig im Betriebsgebiet, das an das Neusiedler Betriebsgebiet angrenzt, sieht Kovacs noch Möglichkeiten. Man müsse nun den Ist-Stand erheben und sich das Verkehrsaufkommen anschauen.

Neben der Frage nach Flächen für Wohnen und Betriebe werden bei der Erarbeitung im örtlichen Entwicklungskonzept wohl auch andere aktuelle Themen eine Rolle spielen: Stichwort Wind- und Photovoltaikparks.

Auch Bürgerinnen und Bürger sollen sich einbringen können. Welche Art der Bürgerbeteiligung es geben wird, steht aber noch nicht fest.