Gols

Erstellt am 08. Juli 2018, 04:00

von Birgit Böhm-Ritter

Hanf: Von Gols in die gesamte EU. Nahrungsergänzungsmittel aus Bio-Hanf werden zu 80 Prozent exportiert. In Gols kann man sie im neuen Shop kaufen.

Shoperöffnung. Vergangene Woche wurde der Hanfshop in der Unteren Hauptstraße 168 in Gols offiziell eröffnet. Im Bild: Landtagsabgeordneter Kilian Brandstätter, die beiden Unternehmensgründerinnen Elke Moritz und Andrea Bamacher sowie Bürgermeister Hans Schrammel.  |  zVg

Die Gemeinde ist bekannt für unzählige Weingüter, die hervorragenden Wein produzieren. Langsam aber sicher macht sich ein Golser Unternehmen allerdings international einen Namen in einem anderen landwirtschaftlichen Bereich: nämlich in der Herstellung von Hanfprodukten.

Im Gegensatz zu den Produkten der Winzerkollegen wirken diese nicht berauschend. „Und zwar weil der psychoaktive Inhaltsstoff THC weitestgehend aus den Pflanzen, die wir verarbeiten, herausgezüchtet worden ist“, erklärt Elke Moritz. Gemeinsam mit Andrea Bamacher hat sie 2014 die Deep Nature Projekt GmbH gegründet.

80 Prozent der Produkte werden exportiert

Was als Zwei-Personen-Betrieb in Pionierarbeit begonnen hat, steht heute mit 25 Mitarbeitern auf festen Beinen. Das Unternehmen exportiert 80 Prozent seiner Produkte unter der Marke MediHemp in das EU-Ausland, Kanada und Kolumbien. Dabei handelt es sich größtenteils um Nahrungsergänzungsmittel wie Hanföl, Hanftee, Hanfnüssen oder Hanfproteinen.

Was bewirken diese Produkte nun? Aussagen über eine medizinische Wirkung dürfen Moritz und Bamacher selbst nicht tätigen. Diese sind allerdings in Studien und Foren zu Genüge nachzulesen. Aus den Rückmeldungen der Kunden ist zu schließen, dass die Einnahme von Hanfprodukten Körper und Geist in Balance bringt und die Anfälligkeit auf Krankheiten reduziert.

Von 15 auf 200 Hektar Fläche

Die Inhaltsstoffe der Hanf- oder Cannabis-Pflanze werden heute wissenschaftlich erforscht und liefern erstaunliche Ergebnisse. Hanf Cannabinoide ahmen Effekte der körpereigenen Endocannabinoide nach und unterstützen dadurch Prozesse in den höheren Organen, die der Gesunderhaltung dienen. 2014 haben Bamacher und Moritz mit 15 Hektar Hanfflächen begonnen, mittlerweile sind es 200 Hektar im Burgenland, Oberrösterreich, Niederösterreich und Norddeutschland, die von Vertragsbauern bearbeitet werden. „Selbstverständlich in biologischer Anbauweise“, so Moritz.