Sonnenkraft am Dach der FF Parndorf. Am Dach des Parndorfer Feuerwehrhauses ist vorige Woche ein neues Solarkraftwerk mit 96 Modulen in Betrieb gegangen. Jahresleistung: 35.000 Kilowattstunden.

Von Paul Haider. Erstellt am 13. Februar 2021 (04:55)
Signal für Umweltschutz. Die neuen Solarpanels sind auf der Vorderseite des Feuerwehrhauses weithin sichtbar. Im Bild: die Gemeindevorstände Paul Czerwenka und Wolfgang Daniel mit Feuerwehr-Kommandant Gerald Kammerhofer. Bild rechts: Die neuen Batterien können bis zu 46 kWh Sonnenstrom speichern.
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Seit einigen Jahren werden in Parndorf auf den Dächern der Gebäude in Gemeindebesitz sukzessive moderne Photovoltaik-Anlagen (PV-A) installiert.

Damit will die Gemeinde auf lange Sicht energieautark werden: Jedes Jahr soll ein neues Solarkraftwerk in Betrieb gehen.

Nachdem im Sommer 2019 das Dach des Bauhofes mit einer PV-Anlage auf einer Fläche von 300 Quadratmetern ausgestattet wurde, ist vorige Woche das nächste Parndorfer Sonnenkraftwerk in Betrieb genommen worden: Das Dach des örtlichen Feuerwehrhauses schmücken nun 96 Solarmodule auf einer Fläche von rund 170 Quadratmetern. Diese Anlage kann eine Jahresleistung von circa 35.000 Kilowattstunden Sonnenstrom produzieren – damit könnten theoretisch zehn Haushalte für ein Jahr mit Strom versorgt werden.

Nachhaltig. Am Dach der Parndorfer Freiwilligen Feuerwehr wurden 96 Solarmodule installiert - sie liefern umweltfreundlichen Strom auch im Fall eines Blackouts.
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Das Projekt war bereits im Budgetplan 2020 vorgesehen, hat sich aber coronabedingt verzögert. Seit Dienstag der Vorwoche versorgt die Anlage der Firma SOLAVOLTA(aus St. Margarethen) nun aber das Feuerwehrhaus mit Sonnenstrom.

Der für das Projekt zuständige Gemeindevorstand für Sicherheit und Umweltschutz Wolfgang Daniel (LIPA) erklärt dazu im Gespräch mit der BVZ: „Die PV-Anlage wird sich in circa acht Jahren rechnen und ist somit eine Investition für eine grüne Zukunft. Die Gemeinde senkt damit nachhaltig ihre Energiekosten und erlangt mehr Unabhängigkeit von den steigenden Stromkosten.“

Stromversorgung auch im Blackout gesichert

Im Feuerwehrhaus kommt der neuen PV-Anlage eine besondere Bedeutung zu – denn sie soll die Einsatzfähigkeit der Florianis auch im Falle eines Blackouts sicherstellen. Damit das auch funktioniert, wenn die Sonne gerade nicht scheint, wurde eine Stromspeicherlösung auf Industriestandard eingerichtet. Die Batterien können 46 Kilowattstunden speichern und damit den Eigenstrombedarf der Feuerwehr auch in den Nachtstunden decken. „Im Feuerwehrgebäude wurde das Hauptaugenmerk auf eine sichere Stromversorgung im Blackout-Fall gelegt, daher wurde die Anlage so konzipiert, dass immer rund 37 kWh in den Batterien gepuffert werden. Somit tragen wir auch der Forderung des Landes Burgenland Rechnung, die Feuerwehren in allen Ortschaften als ‚Leuchtturmgebäude‘ auszurüsten“, erklärt Gemeindevorstand Daniel die klimafreundliche Notstrom-Lösung. Bei der Umsetzung des Projektes wurde auch eng mit der örtlichen Feuerwehr unter Kommandant Gerald Kammerhofer zusammengearbeitet.

Das neue Sonnenkraftwerk am Feuerwehrdach hat 42.000 Euro gekostet, die Speicherlösung schlägt mit 37.000 Euro zu Buche. Die Gesamtkosten schätzt Wolfgang Daniel - abzüglich der möglichen Förderungen - auf circa 63.000 Euro.

In den nächsten Jahren soll das langfristige Parndorfer Sonnenstrom-Projekt weiter vorangetrieben werden. Wie Wolfgang Daniel abschließend verrät, steht die nächste Etappe schon in den Startlöchern: „Das nächste PV-Projekt am Dach des Kindergartens Emmerich-Kalman-Gasse mit einer Anlagenspitzenleistung von 85,80 kWp ist für 2021 bereits in der Detailplanung. Somit wird der Entscheidung des Gemeinderates, alle Dächer der Gemeindegebäude mit PV-Anlagen auszustatten, Rechnung getragen!“