UNESCO Welterberegion bekommt neuen Managementplan

Eine Balance zwischen Wachstum und wirtschaftlicher Entwicklung einerseits und Erhaltung der Natur sowie Erhaltung des Status Welterbe andererseits braucht einen permanenten Diskussionsprozess.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 11:43
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 Landesrätin Mag.a (FH) Daniela Winkler, Obmann LAbg. Bgm. Erwin Preiner, Nationalpark-Direktor Johannes Ehrenfeldner, der Künstler Martin Egger, Mag.a Ruth Pröckl, BMKOES - Bundes-Koordinierungsstelle für Welterbeangelegenheiten, Baukulturexpertin Mag.a Rosalinde Kleemaier-Wetl und Dr.in Ulrike Herbig, Icomos Austria
Foto: Landesmedienservice Burgenland

Der Umgang mit den Seeuferzonen und die Verbauung von neuen Flächen sind nach wie vor wesentliche Themen, die auch die grenzüberschreitende UNESCO Welterbestätte Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See betreffen. Es braucht daher einen neuen Managementplan für die Welterberegion, der auf diese aktuellen Herausforderungen eingeht. Die Auftaktveranstaltung dazu fand am gestern Abend, 18. Oktober, in Winden am See statt.

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Landesrätin Mag.a (FH) Daniela Winkler und Obmann LAbg. Bgm. Erwin Preiner mit Ferenc Ivanics, Obmann des ungarischen Welterbe-Managementvereins
Landesmedienservice Burgenland

Ein erster Managementplan war bereits 2003 ausgearbeitet worden. Dieser soll nun gemeinsam mit dem ungarischen Partnerverein im Rahmen eines EU-geförderten Interreg AT-HU Projektes bis 2022 evaluiert werden. Gemeinsames Ziel ist, den einzigartigen Schutzstatus der Region auch zukünftig beizubehalten, betont Landesrätin Daniela Winkler bei der Auftaktveranstaltung in Winden: „Eine der wichtigsten Aufgaben, der wir gegenüberstehen, ist es, das Weltkulturerbe zu erhalten und zu pflegen und unseren Kindern und den nächsten Generationen als wertvolles Erbe zu sichern. Daher ist es wichtig, so wie wir es heute hier tun, mit Experten, mit den Verantwortlichen und vor allem mit den Betroffenen dieses so bedeutende Thema zu diskutieren, zu erörtern und nachhaltige Lösungen zu finden.“

Wo soll sich der Tourismus hin entwickeln? Wie wird das Thema Mobilität angegangen? Gibt es einen Änderungsbedarf bei den „Kriterien für das Bauen im Welterbe“? Konkrete Antworten auf derartige Fragen soll hinkünftig ein neuer Managementplan geben, der für das UNESCO-Weltkulturerbe Fertö-Neusiedler See erarbeitet wird.

Verbauung von neuen Flächen nach wie vor wesentliches Thema

Die Landschaft Fertö-Neusiedler See wurde im Dezember 2001 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. In den vergangenen 20 Jahren hatte die Region Welterbe mit ihren Ortschaften, Kulturgütern und Naturwerten rund um den Neusiedler See eine Reihe von Herausforderungen, wie die Errichtung der Windparks, aber auch den Strukturwandel im Tourismus und in der Landwirtschaft zu meistern.

„Der Umgang mit den Seeuferzonen und die Verbauung von neuen Flächen sind nach wie vor wesentliche Themen. Deshalb benötigen wir einen neuen Managementplan für das UNESCO Welterbe, der gezielt auf diese aktuellen Herausforderungen eingeht“, so LAbg. Bgm. Erwin Preiner, Obmann der Welterbe-Managementorganisation, des Vereins Welterbe Neusiedler See, zum Start der Erarbeitung des neuen Managementplans.

Managementplan: Zeitgemäßes und wirksames Instrumentarium

Der Managementplan soll ein zeitgemäßes und wirksames Instrumentarium sein. Ziel ist der langfristig ausgerichtete Erhalt des Weltkulturerbes im Sinne der Welterbe-Konvention und im Sinne eines grenzüberschreitend wirksamen Managementansatzes. Am Ende soll ein Managementplan, ein integratives Gesamtkonzept für die Welterberegion, entstehen, das auf die Fragen der Gegenwart eingeht und eine Vision, eine ganzheitliche Richtung für die Entwicklung der Welterbestätte vorgibt.

Für den nachhaltigen Erhalt des Welterbes ist es aber auch unumgänglich, dass in der Bevölkerung ein Bewusstsein für den Welterbegedanken geschaffen wird. „In der Arbeit im Gestaltungsbeirat, der Bauvorhaben auf bestimmte Kriterien zum Welterbe prüft, haben wir oft gesehen, dass es immer leichter über die Bühne geht, wenn die Gemeinden und auch die Bauwerber bereits das Welterbe in der Planungsphase mit bedenken, denn je früher auf potentiell gefährdende Entwicklungen eingegangen werden kann, umso reibungsloser ist dann die Umsetzung“, sagte Obmann Preiner, der gemeinsam mit dem Obmann-Stellvertreter LT-Präsident a.D. Rudolf Strommer und mit Landesrätin Daniela Winkler am Podium der Veranstaltung die Schwerpunkte der Welterbearbeit umrissen hat.

In der Auftaktveranstaltung wurde auch ein Überblick über die Bautradition der Region gegeben und über die weiteren Schritten im Erarbeitungsprozess diskutiert. Der nächste inhaltliche Workshop folgt bereits im November im ungarischen Teil der Welterbestätte und am 13. Dezember, taggenau am 20-jährigen Jubiläum der Auszeichnung mit dem UNESCO-Prädikat, gibt es einen weiteren Workshop und einen Festakt zum runden Geburtstag.