Bio-Tofu: Asiatisches aus dem Seewinkel

Ulla Wittmann und Ludwig Birschitzky produzieren seit fünf Jahren auf ihren Feldern in Frauenkirchen eine besondere Spezialität: Seewinkler Bio-Tofu aus Sojabohnen.

Erstellt am 12. Oktober 2020 | 04:55
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Der Tofu ist ein ursprünglich chinesisches Nahrungsmittel, das zunehmend auch in der westlichen Welt, insbesondere bei vegetarischer und veganer Ernährung, verwendet wird.
Foto: manufaba.at

„Ich war gerade in einer beruflichen Umorientierung, als ich mich für Tofu zu interessieren begann“, erzählt Ulla Wittmann vom Beginn einer Leidenschaft, die sie bis heute nicht mehr losgelassen hat.

Aus der beruflichen Umorientierung entwickelte sich seit 2015 ein expandierender Betrieb, der aus Bio-Sojabohnen aus eigenem Anbau handgemachten Tofu produziert. Die Voraussetzungen dafür hätten nicht besser sein können. Betreibt doch ihr Lebensgefährte Ludwig Birschitzky in der vierten Generation einen mittlerweile auf 130 Hektar angewachsenen landwirtschaftlichen Betrieb.

„Ich bin als Kind schon auf dem Hof meiner Eltern herumgetollt und habe schon früh am Hof mitgearbeitet“, beschreibt Ludwig Bischitzky seine beruflichen Anfänge, „für mich war es immer selbstverständlich, den Hof meiner Eltern zu übernehmen.“ Nachsatz: „Einen anderen Beruf habe ich nie in Erwägung gezogen.“ Der passionierte Landwirt ist für Aussaat und Ernte verantwortlich, seine Lebensgefährtin für die Verarbeitung, den Verkauf und die Vermarktung. Idealer könnte die Zusammenarbeit nicht sein.

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Der Tofu ist ein ursprünglich chinesisches Nahrungsmittel, das zunehmend auch in der westlichen Welt, insbesondere bei vegetarischer und veganer Ernährung, verwendet wird.
manufaba.at

Der Betrieb ist seit 2002 biozertifiziert. Von den 130 Hektar Anbaufläche nehmen die Sojabohnen mittlerweile 40 Hektar ein. Das war nicht immer so. Die Anfänge waren bescheiden. 2015 begann Ulla Wittmann, zunächst in der eigenen Küche mit der Tofu-Herstellung zu experimentieren.

„Ich wusste überhaupt nicht, ob dieses Produkt beim Kunden ankommt und akzeptiert wird“, erzählt sie von den Anfängen. Das Echo war sensationell, das Interesse enorm. Regionale Erzeugung steht gerade in Zeiten wie diesen hoch im Kurs.

Biozertifizierte Erzeugung

Von Anfang an konnte Ulla Wittmann bei ihren Kunden aus der Region punkten. Denn alle Produkte stammen aus der eigenen Manufaktur. Sie sind handgemacht, vegan, glutenfrei und ohne künstliche Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel. „Sie stammen aus regional erzeugten biozertifizierten Rohstoffen, der Großteil davon aus unserer eigenen Biolandwirtschaft in Frauenkirchen“, erklärt sie ihre Firmenphilosophie von Anfang an.

Der Erfolg gibt ihr Recht. Bald wurde die eigene Küche zu klein dafür. Die anhaltend große Nachfrage nach Tofu ermöglichte es, 2017 in der Haydngasse einen eigenen Hofladen mit angeschlossener Produktion zu eröffnen.

In dieser Manufaktur werden die geernteten Sojabohnen größtenteils händisch zu Tofu weiterverarbeitet. Er macht den Speiseplan um ein vielfaches reichhaltiger, enthält sehr wertvolles Eiweiß, ist cholesterinfrei und fettarm. Wer auf die schlanke Linie achten will, ist mit diesem Bioprodukt bestens bedient.

„Alle unsere Felder werden nachhaltig bewirtschaftet“, erklärt Ludwig Birschitzky, „es kommt mir keine Chemie aufs Feld.“ Er ist zuständig für Aussaat, Ernte und Feldbewirtschaftung. Diese erfolgt angelehnt an die frühere Dreifeldwirtschaft. Seine Felder baut Birschitzky fünf Jahre hintereinander an, um sie dann zwei Jahre ruhen zu lassen. In dieser Zeit wächst dann Luzerneklee. Das ist zur Erholung des Bodens und zur Anreicherung von Stickstoff notwendig. Für das künftige Wachstum ist das entscheidend. Nur ein geringer Teil wird bewässert, der Rest findet mit den natürlichen Niederschlägen das Auslangen.

„Wenn sich die Sojabohnen auf den Feldern braun verfärben, beginnt im September die alljährliche Erntezeit“, beschreibt Ludwig Birschitzky den Tagesablauf im Herbst. Für die Ernte wird ein spezieller Mähdrescher benötigt, da die Sojabohnen mit dem Mähbalken etwa drei Zentimeter über dem Boden geschnitten werden müssen, um alle Hülsen erfassen zu können.

Nach der Ernte ist Hochbetrieb in der Manufaktur. Zwei Arbeiter unterstützen Ulla Wittmann in dieser arbeitsreichen Zeit. „Von der händischen Zubereitung bis zur Verpackung und Etikettierung machen wir alles im Betrieb selbst“, erklärt Ulla Wittmann den Arbeitsablauf. Die Gläser und Verpackungen sowie die Etiketten werden von regionalen Anbietern bezogen. Auch in diesem Bereich sind Nachhaltigkeit und kurze Transportwege wichtig.

Verkauft werden die vielfältigen Tofuprodukte auf dem Markt der Erde in Parndorf und im eigenen Hofladen in der Haydngasse in Frauenkirchen. Er ist jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Mehr Informationen sind auf www.manufaba.at zu finden.