Kinderarzt: Keine Bewerber für Kassenstelle

Nach wiederholter Ausschreibung gab es keine Interessenten für die Stelle in Frauenkirchen. Ärztekammer kritisiert Land.

Erstellt am 29. Mai 2019 | 04:19
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Kinderarzt gesucht. Seit Jahresbeginn ist eine Kassenstelle in Frauenkirchen frei. Interessenten bleiben aus.
Foto: shutterstock.com/Yakobschuk Viacheslav

Am 15. Mai ist die Bewerbungsfrist für die ausgeschriebene Kassenplanstelle für einen Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Frauenkirchen abgelaufen. Ohne dass auch nur eine einzige Bewerbung eingegangen ist. Und zwar zum wiederholten Male. Es war bereits die zweite Ausschreibung seit Jahresbeginn.

Der lang gehegte Wunsch der Bevölkerung und der Politik nach einem zweiten Kinderarzt für den Bezirk scheitert momentan am mangelnden Interesse vonseiten der Fachärzte. Überrascht zeigt sich die Ärztekammer darüber aber keineswegs: Bereits vor der ersten Ausschreibung der Stelle habe man darauf hingewiesen, dass dieses Fach österreichweit ein Mangelfach sei und es mehr als nur lautstarker Forderungen und Proteste bedarf, um diese Stelle besetzen zu können.

Mangelfach Kinderarzt

In Wien, wo dieselbe Mangelsituation gegeben ist, wurde rasch auf die Problematik reagiert und von der Stadt Wien ein Förderungsprogramm in Form einer Anschubfinanzierung bereits gestartet. „Ein solches haben wir zwei Mal schriftlich vom Land Burgenland eingefordert. Es wurden uns weder Gespräche angeboten noch haben wir irgendeine Antwort erhalten“, heißt es aus der Burgenländischen Ärztekammer auf Anfrage der BVZ.

Momentan ist die Stelle kein weiteres Mal ausgeschrieben worden. „Ich erwarte, wenn die Politik schon A sagt, dass die Politik jetzt auch B sagt. Ohne entsprechende mit Wien vergleichbarer oder sogar besserer Förderung werden wir diese Stelle nicht besetzen können“, befürchtet der Präsident der Burgenländischen Ärztekammer Dr. Michael Lang und betont, dass die Ärztekammer nach wie vor für Gespräche zur Verfügung stehe. In der Ärztekammer hofft man, dass das Land einlenke und eine folgende dritte Ausschreibung dann Bewerber bringe.

Land: „Maßnahmen werden getroffen“

Auf Anfrage der BVZ hieß es am Montag aus dem Büro des Landeshauptmanns Hans Peter Doskozil, man sei gerade in intensiven Gesprächen mit dem Ziel, einen zusätzlichen Kinderarzt für den Bezirk Neusiedl zu bekommen. „Wir werden alle Maßnahmen und Vorkehrungen treffen, damit wir dieses Ziel möglichst bald erreichen“, ließ Pressesprecher Herbert Oschep wissen. Auf die Kritik der Ärztekammer ging er nicht näher ein. Gemeinsam mit FPÖ-Landtagsabgeordneter Karin Stampfel und Wirtschaftsbund Bezirksobmann Hannes Mosonyi hatte sich der ehemalige SP-Landeshauptmann Hans Niessl mit der Initiierung einer Bürgerpetition für die Ausschreibung einer Kassenstelle für Kinder- und Jugendheilkunde stark gemacht.

2.500 Unterschriften gesammelt

Im April 2018 startete man eine Petition, in der die Ausschreibung einer zweiten Kassenplanstelle für den Neusiedler Bezirk gefordert wurde. Rund 2.500 Unterschriften wurden innerhalb von drei Monaten gesammelt.

Auch der 2. Landtagspräsident Rudolf Strommer und der Landtagsabgeordnete Markus Ulram (beide ÖVP) hatten die Bedeutung eines weiteren Kinderarztes für den Bezirk betont.